Übertragungsgeschwindigkeiten von über 1000 Megabit (Mbit) pro Sekunde, wie sie in anderen Ländern üblich sind, erscheinen im Kreis Segeberg bisher noch als reine Zukunftsmusik. Allerdings ist der Kreis weit vorn, was das Beseitigen weißer Flecken angeht: Wie berichtet, will man den WegeZweckverband damit beauftragen, eine flächendeckende Internet-Versorgung zu garantieren. Als erster Kreis in Schleswig-Holstein beauftragt der Kreis einen Zweckverband und kommt so dem erklärten Ziel des Landes, bis 2020 für sämtliche Haushalte eine Mindest-Übertragungsgeschwindigkeit von 100 MB zu garantieren, recht nahe.
Blickt man auf die von einem Fachunternehmen erstellte und jetzt von Dr. Klaus Westphal von der Kreisverwaltung präsentierte Internet-Karte, sieht man, dass der Nordosten des Kreises und der Süden bereits recht gut mit schnellen Leitungen (25 bis 100 MB/sec) versorgt sind oder es in den nächsten drei Jahren sein werden. Der Grund: Der Nordosten wird über das Netz aus Neumünster versorgt, der Süden über die Norderstedter Firma wilhelm.tel. In der Mitte des Kreises jedoch spannt sich ein Band von Kisdorf im Südosten über Krems II und Schieren bis in den Norden mit Stocksee und Damsdorf, wo nicht einmal eine Mindestversorgung von zwei MB/sec garantiert ist. Diese „weißen Flecken“ (in der Grafik hellblau dargestellt) machen 38 115 Haushalte und damit ein Drittel aller Haushalte des Kreises aus. Der Grund: Diese Gemeinden sind entweder von der Haushaltszahl her zu klein oder von den großen Kabelstrecken so weit entfernt, dass es bisher keinem der großen Betreiberfirmen lukrativ genug erschien, dort zu investieren.
Andernorts stecken die Kommunen selbst viel Geld in eine ausreichende Kabelversorgung; denn jeder Gemeindevertretung ist klar: „Humpelt“ irgendwo das Internet, ist die Gemeinde für die Ansiedlung von Neubürgern, geschweige denn von Unternehmen, nicht mehr interessant, so gut die sonstige Infrastruktur auch sein mag.
So kam der Kreis auf die Idee, den Wege-Zweckverband einzuspannen. Der WZV will im Norden des Kreises, im Amt Bornhöved, beginnen und zunächst ein Organisationsmodell erarbeiten. Bereits untersucht worden ist, ob dieses Engagement wirtschaftlich überhaupt tragfähig wäre, was am Ende bejaht worden ist. WZV-Verbandsvorsteher Jens Kretschmer geht davon aus, dass man mit den acht Gemeinden im Amt Bornhöved bereits 2012 beginnen könne. Drei bis vier Jahre werde man brauchen, danach seien die Gemeinden im Amt Trave-Land an der Reihe.
Von den 27 Gemeinden des größten Amtes des Kreises gibt es bisher nur in acht Gemeinden eine angemessene beziehungsweise eine Grundversorgung. Die übrigen haben zum Teil selbst erfolglos Versuche unternommen, Kabelanbieter für sich zu interessieren. Nun setzen die meisten auf die Bemühungen des Wege-Zweckverbandes.
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