In einer Woche fällt der Startschuss zum 4. Stadtwerke Lübeck-Marathon. Cheforganisator Klaus Ziele und sein zwölfköpfiges Team treten nun in die ganz heiße Phase der Vorbereitungen ein. Dabei verspüren die Macher schon jetzt dieses einmalige Kribbeln im Bauch, das einem solchen Großevent vorausgeht. Den bangen Blick auf die Wettervorhersage gerichtet, klopft Ziele auf Holz. „14 Grad Celsius, Wolken, aber kein Regen. Das sieht doch gut aus.“
Der Lübeck-Marathon im Internet
Unvergessen ist das nasse Dilemma aus dem Vorjahr, als kurzfristig knapp 500 Teilnehmer (!) absagten oder sogar erst kurz vor Lübeck umdrehten und das warme Wohnzimmer dem stürmischen Regenlauf vorzogen. In jenen Stunden platzte auch Zieles Traum von der Erdumrundung. „Wir brauchen etwa 2500 Läufer im Ziel, um in der Summe der gelaufenen Kilometer einmal den Planeten zu umrunden.“
40 024 Kilometer – Ziele ist sich sicher, das Ziel diesmal zu erreichen: „Die Meldezahlen sind gigantisch. Wir brechen alle Rekorde und steuern schon jetzt auf 2700 Teilnehmer zu. Auch wenn einige nicht ins Ziel kommen oder absagen – im vierten Versuch wird’s was mit der Erdumrundung. Das wäre für Lübeck sensationell.“ Auch ein Blick innerhalb der Landesgrenze nach Kiel zeigt, wie gut Lübeck mittlerweile dasteht. Denn in der Landeshauptstadt liefen in der Königsdisziplin über 42,195 km „nur“ 229 Teilnehmer durchs Ziel. In Lübeck werden dagegen mindestens 500 antreten. Punktsieg Ziele & Co. Eines aber eint die beiden Veranstaltungen dann doch: der Sieger. Jon-Paul Hendriksen, der Wahl-Hamburger aus Auckland in Neuseeland, siegte sowohl 2009 und 2010 auf dem Lübecker Markt als auch im Februar an der Kieler Förde. Der 33-Jährige hat sich erneut viel für Lübeck vorgenommen, peilt seinen dritten Triumph in Folge mit seinem neuen Super-Schuh (Brooks Pure Connect) an. „Ich war nach dem Berlin-Marathon sehr müde. Doch ich ruhe mich bis Lübeck aus, damit ich dann wieder stark sein kann. Es ist mein letzter Lauf in diesem Jahr. Da werde ich alles reinlegen, egal wie das Wetter ist. Denn so heftige Regenfälle wie 2010 kann es ein zweites Mal nicht geben.“ Er glaubt: „Ich kann meinen Streckenrekord von 2:31:27 Stunden brechen.“
Doch bis Hendriksen zurück auf dem Markt ist, gibt es vorab noch eine Menge zu tun. Während unter der Woche die neue Kommandozentrale im Haerder-Center (1. Stock) eingerichtet und die Kilometer-Schilder (Dachlatten von 2,50 m Länge) zusammengeschraubt wurden, steht nun der Feinschliff an. Logistik, Messeaufbau (Haerder-Center) und Teilnehmererfassung sind die „Hausaufgaben“. Eine Baustelle aus dem Vorjahr scheint dagegen behoben. Die stark verzögerte Datenübermittlung bei der Zeiterfassung. In der ersten Diagnose hatte der Dauerregen zu einem vorübergehenden Ausfall der Rechner geführt. Heute glauben Ziele und seine Leute, dass ein Sabotageakt vorgelegen haben muss. Um auf Nummer sicher zu gehen, arbeiten dieses Jahr zwei parallele Zeitmessungen. Ziele: „Die Ergebnisse werden zeitnah im Netz stehen. Das gehört heutzutage als Service dazu.“
Alles im grünen Bereich, möchte man da denken. Doch es gibt tatsächlich noch kleinere Problemzonen. Daher bittet Ralf Matthias, der 2. Vorsitzende des veranstaltenden Lübecker Marathon e.V.: „Wir benötigen noch Helfer, die an Verpflegungsstellen, Kreuzungen oder entlang der Strecke mit dabei sind.“ Interessenten können sich via Internet (www.hl-marathon-verein.de) oder telefonisch (0151/15 37 96 11) melden. Insgesamt 540 Ehrenamtliche sollen es am 23. Oktober zwischen Lübeck und Travemünde sein. Die Uhr tickt.
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