Das Anliegen der Protestler: „Wir wollen eine Welt mit mehr Gerechtigkeit und mehr direkter Demokratie“, sagt René Ulrich Lessin. Der 28-jährige Arbeiter hat mit 20 Mitstreitern die Gruppe „Occupy Lübeck“ gegründet und tritt unter anderem für „das Recht auf bezahlbaren Wohnraum, Arbeit, Kultur, Gesundheit und freie Bildung sowie für eine freie persönliche Entwicklung“ ein. „Wir wollen unsere Ziele aber auch auf Lübeck runterbrechen und weitere Aktionen planen“, kündet Lessin an.
In den bunten Demonstrationszug reihen sich junge Leute aus der linken Bewegung ein, Parteigänger, Studenten – aber auch Bürgerliche. „Wir demonstrieren gegen die Banken“, unterstreicht Wilfried Moss (63). Der Architekt ist extra aus Stipsdorf bei Bad Segeberg angereist, weil er sich der Bewegung anschließen will. Für ihn haben die Geldinstitute erst „die kleinen Leute ausgepresst, jetzt sind die Staaten dran“. Das könne so nicht weiter gehen, sagt er. Neben ihm werden Plakate in die Höhe gereckt, beschrieben mit „Krisenverschleppung. Kinder haften für ihre Eltern“ oder „Liebe statt Gier“.
Auch in Kiel gehen 100 Menschen auf die Straße und demonstrieren friedlich gegen die Banken. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hatte zu der Demonstration aufgerufen. Ihr Protest richtet sich gegen die Bankenrettungspläne der EU. Attac fordert, Banken, die so groß sind, dass die Politik ihr Scheitern um jeden Preis verhindern muss, zu zerschlagen. „Ohne eine Zerschlagung der Großbanken kann es keinen Ausweg geben“, heißt es von Attac.
Kommentare powered by Disqus. Unsere Nutzungsbedingungen.
