Weissenhäuser Strand – Einweggrills, Zelte, Dixi-Klos und jede Menge Dosenbier. So oder so ähnlich stellen sich wohl die meisten Menschen ein Musikfestival vor. Das „Rolling Stone Weekender“ ist anders. Die Besucher schlafen in gut ausgestatteten Zimmern, es gibt Restaurants, eine Wellnesslandschaft und die Konzerte finden in geschlossenen Räumen oder im warmen Zirkuszelt statt. Nur getrunken wird auch, aus Gläsern, Flaschen und Bechern.
Freitagmittag, 14 Uhr: Die ersten Besucher kommen im Ferienpark an. Am Ende sind es 4000 Menschen – das Festival ist ausverkauft. Sie kommen „aus ganz Deutschland, wobei es einen Schwerpunkt von Gästen aus Norddeutschland gibt. Darüber hinaus reisen auch einige aus den skandinavischen Ländern und England an“, sagt Mara Horstmann, Sprecherin des Veranstalters FKP Scorpio aus Hamburg.
Yvonne (39) und Felix (44) kommen aus Hanau bei Frankfurt. Es ist ihr dritter Besuch in Ostholstein. „Die ersten beiden Male war es super hier. Das Konzept ist sehr angenehm. Der Sound ist gut und man kann schnell zwischen den einzelnen Bühnen wechseln“, schwärmt Felix. Yvonne betont: „Im Sommer fahren wir auch auf Festivals, bei denen man zeltet. Aber in einem Bett zu schlafen, ist einfach angenehmer. Zudem haben wir auch zwei nette Urlaubstage am Meer.“
Thomas (52) aus Hamburg hat sich für das „Rolling Stone Weekender“ viel vorgenommen. „Ich will so viele neue Bands wie möglich sehen.“ Dass das Festival im Ferienpark und nicht auf Wiesen und Feldern stattfindet, stört ihn nicht. Im Gegenteil: „Hier gibt es kein Schlammzelten und keine besoffenen Kids. Aber Urlaub machen würden wir hier nicht“, sind sich Thomas und seine beiden Freunde Stephanie (45) und Torsten (48) einig. Der 80er-Jahre Schick sei nicht ihr Fall.
Schnell wird deutlich. Auch das Publikum unterscheidet sich von dem bei „Rock am Ring“ oder dem „Hurricane-Festival“. Die Gäste sind älter, ruhiger und verzichten auf Trinkspiele. Mara Horstmann sagt: „Das Publikum unterscheidet sich klar von den Gästen anderer Festivals. Die Gäste bewegen sich von der Altersstruktur her zwischen 30 und 50 Jahren, Teenager (es sei denn, es sind die Kinder der Gäste) findet man gar nicht, mitunter sind die Gäste sogar älter als 50.“ Auch Feiern bis in die späte Nacht, gesteigerter Alkoholkonsum und eine stark ausgeprägte Partykultur finde man kaum.
Als die ersten Bands auftreten, die Zuschauer tanzen und mitsingen, ist der Unterschied zu anderen Festivals verschwunden. Denn ab jetzt zählt nur noch die Musik.
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