Strom wird nach einer Erhebung des Internet- Portals Toptarif.de ab Januar für fünf Millionen Privathaushalte teurer. Mindestens 75 Unternehmen planten für 2012 Preiserhöhungen bis zu 9,1 Prozent, teilten die Tarifexperten gestern in Berlin mit. Die betroffenen Kunden müssten sich im Schnitt auf Preisanhebungen von 3,4 Prozent einstellen.
Der viertgrößte deutsche Energiekonzern Vattenfall Europe hat angekündigt, zum Jahreswechsel knapp sieben Prozent höhere Preise in Berlin und Hamburg zu verlangen. Auch die lokalen Versorger in Mannheim, Bochum und Hannover verlangen laut Toptarif.de zum 1. Januar mehr Geld für Strom. Die Unternehmen begründen die Preiserhöhungen vor allem mit gestiegenen Beschaffungskosten und höheren Netzentgelten für die Durchleitung des Stroms zum Endkunden.
„Einem vierköpfigen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden Strom entstehen durch die angekündigten Preiserhöhungen zusätzliche Kosten von rund 34 Euro im Jahr“, erklärt Daniel Dodt von Toptarif.de (www.toptarif.de). In der Spitze seien in örtlichen Grundversorgungstarifen sogar Mehrkosten von rund 86 Euro möglich. „Angesichts steigender Beschaffungs- und Netzkosten sind Preiserhöhungen bei weiteren Stromversorgern im Jahresverlauf zu erwarten“, so Toptarif-Experte Dodt.
Die Stadtwerke Lübeck warten mit einer Erhöhung noch ab. „Wir werden den Strompreis nicht zum Jahreswechsel erhöhen, aber eventuell später“, sagte Sprecher Lars Hertrampf. Die Entscheidung hänge von Marktfaktoren wie Netzentgelten und der Marktpreisentwicklung ab. Der aktuelle Standard-Strompreis der Lübecker Stadtwerke liegt seit Jahresbeginn bei 22,8 Cent pro Kilowattstunde. Die gut 7000 Stromkunden der Eutiner Stadtwerke müssen sich ab Januar 2012 auf etwas höhere Preise einstellen. Zwar sinke der Arbeitspreis um 0,47 Cent pro Kilowattstunde, der Grundpreis steige aber um 18,45 Euro pro Jahr. In der Summe bedeute das für einen Durchschnittshaushalt Mehrkosten von nur 1,79 Euro im Jahr, so die Stadtwerke Eutin.
Bei den Stadtwerken Neustadt, die etwa 10 000 Haushalte mit Strom versorgen, ist zurzeit keine Veränderung geplant. Zuletzt hatten sie den Preis zum 1. Juli dieses Jahres geringfügig gesenkt. cri
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