Der neue Bürgermeister ist der alte: Amtsinhaber Bernd Saxe (SPD) geht als klarer Gewinner aus der Stichwahl hervor. Der 57-Jährige holt 61,2 Prozent der Stimmen, Alexandra Dinges-Dierig (CDU) schafft es auf 38,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung ist gegenüber dem ersten Urnengang nochmals zurückgegangen: von 38,9 Prozent auf 31,9 Prozent.
Stimmen Sie ab: Schlechte Wahlbeteiligung in Lübeck - brauchen wir die Wahlpflicht?
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Saxe freut sich über seine 33
„Ich habe mein persönliches Ziel nicht erreicht“, gibt Dinges-Dierig zu. Sie hätte sich ein Ergebnis jenseits der 40 Prozent gewünscht. Ihr mäßiges Abschneiden (21
Interessant: Nach einer Analyse der Thomas-Mann-Schüler sind die Wähler der Grünen gespalten. Diejenigen, die sich im ersten Wahlgang für den Grünen-Kandidaten Thorsten Fürter entschieden hatten, haben diesmal zu 55,9 Prozent Saxe gewählt, der Rest hat Dinges-Dierig die Stimme gegeben. „Das zeigt, dass Saxe mehr grüne Themen anfassen muss“, kommentiert Fürter. Der bereits in der ersten Runde ausgeschiedene Bewerber Matthias Erz (Lübecker Bunt) ist fassungslos über Saxes erneuten Sieg: „Das ist eine Katastrophe.“
Die SPD hingegen feiert ausgelassen. „Saxe ist unschlagbar“, freut sich Kreischef Peter Thieß. „Ich freue mich sehr, dass Saxe es zum dritten Mal geschafft hat. Das ist doch toll“, sagt Lübecks Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm. Die beiden Landtagsabgeordneten Wolfgang Baasch und Thomas Rother hoffen auf Rückenwind für ihre Kandidatur zur Landtagswahl im Mai 2012.
„Ein tolles Ergebnis. Wir haben in Lübeck die Nase vorn“, so Rother. Um 19.09 Uhr steht das vorläufige amtliche Endergebnis fest. Und kein CDU-Politiker macht noch einen Hehl daraus, dass Dinges-Dierig einen schweren Stand gegen den Amtsinhaber hatte. „Saxe hat elf Jahre Vorsprung“, erklärt CDU-Fraktionschef Andreas Zander, „es ist uns nicht gelungen, den Wählern deutlich zu machen, dass er nichts geleistet hat.“
Nicht wenige in der CDU sehen aber auch Fehler in der Kandidatenaufstellung. „Es geht nicht an, dass man im Sommer nicht weiß, wer im November für uns antritt“, sagt der frühere Senator Volker Kaske, „das war der Kardinalfehler.“ Die stellvertretende Kreisvorsitzende Jutta Scheicht ist überzeugt: „Wäre Dinges-Dierig ein halbes Jahr früher angetreten, wäre das Ergebnis besser ausgefallen.“ Die Partei- und Fraktionsführung will das Ergebnis jetzt in Ruhe analysieren und daraus lernen. Zander: „Wir haben in den nächsten zwei Jahren drei Wahlkämpfe vor der Brust.“
Für BfL-Chef Gregor Voht kommt der Wahlausgang nicht überraschend. „Es hat keine Wechselstimmung gegeben“, sagt der Vorsitzende der Wählervereinigung, „Saxe ist ein großer Sympathieträger.“ Kurz nach dem amtlichen Endergebnis versendet Voht eine Grußadresse an den Dauer-Bürgermeister.
„Das Wahlergebnis lässt sich trotz unserer Unterstützung für Dinges-Dierig ganz gut verkraften, da zwischen Saxe und uns durchaus Übereinstimmungen in wesentlichen Zukunftsthemen bestehen“, so Voht. Da haben es die Linken einfacher. Sie haben ihren Wählern Saxe empfohlen. Kreisvorsitzender Sascha Luetkens: „Endlich sind wir auch einmal bei den Siegern.“
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