Riesiger Jubel bei den Wahlanalysten der Thomas-Mann-Schule: Erneut haben sie mit ihrer Prognose die Stimmung in der Hansestadt korrekt abgebildet. Während der Wahlzeit haben sie insgesamt 2056 Lübecker nach dem Gang an die Urne befragt. Anschließend haben sie mit ihren Daten den Computer gefüttert, heraus kam ein verblüffend genauer Wert, der nur 1,3 Prozentpunkte vom Endergebnis abwich.
19 Wahllokale hatten sich die Schüler ausgesucht, von 9 bis 14 Uhr legten sie sich auf die Lauer. „Wir haben extra eine Stunde früher angefangen, weil wir eine geringe Wahlbeteiligung befürchtet hatten“, so Lehrer Eckhard Fick, der das Projekt betreut hatte. „Es war lange eine Zitterpartie, ob wir genügend Menschen befragen können.“ Umso zufriedener waren er und seine Schüler am Ende auf ihre repräsentative Prognose.
Wahlleiterin Annette Borns (SPD) erteilte den jungen Wahlanalysten um Punkt 18 Uhr das Wort. Als dann 59,9 Prozent für Amtsinhaber Bernd Saxe (SPD) aufleuchteten, brach im Saal Applaus aus – Herausforderin Alexandra Dinges-Dierig (CDU) kam auf 40, 1 Prozent. Laut Analyse hätten 95,6 Prozent der Saxe-Wähler des ersten Wahlgangs erneut den Amtsinhaber gewählt, 92,8 Prozent der Dinges-Dierig-Anhänger wählten wieder die CDU-Kandidatin.
Gegen 19.10 Uhr stand das Endergebnis fest. Saxe kam auf 61,2 Prozent, Dinges-Dierig auf 38,8. „Wir sind sehr zufrieden“, urteilte der 18-jährige Mann-Schüler Simon Erothkopp. So auch Eckhard Fick: „Die normale Fehlerrate liegt bei zwei Prozent, wir sind deutlich darunter.“ Seine eigene Prognose traf aber nicht ein. Er tippte auf einen Unterschied von nur 0,5 Prozentpunkten. „Das war wohl etwas zu ambitioniert.“
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