Die Frage der Schuld wird nach solchen chaotischen Vorkommnissen gestellt. Der VfB wird sich in der kommenden Woche zusammensetzen und sich ein Meinungsbild machen. Der FC St. Pauli ebenfalls.
Den schwarzen Peter schiebt man sich bereits beim Thema Stadionverbote gegenseitig zu. „Es wurde vom Veranstalter im Vorwege nicht angesagt, dass Stadionverbote Gültigkeit haben“, sagt Florian Möller, Leiter der VfB-Geschäftsstelle. „Es konnte jeder rein, wer wollte. Die Polizei hat über ein Alkoholverbot, aber nicht über Stadionverbote nachgedacht. Bei den Kontrollen an den Eingängen wurde lediglich darauf geachtet, dass keine Pyrotechnik mit in die Halle genommen wird.“
Dagegen betont Organisator Peter Sander: „Natürlich hatten Stadionverbote ihre Gültigkeit. Aber wir bekamen keine Erkenntnis, dass entsprechende Personen aus Lübeck anreisen.“
Der VfB hatte vom Veranstalter für beide Tage jeweils rund 120 Tickets bekommen. Sie sollten im Vorverkauf im Service-Center abgesetzt werden. Möller: „Unsere Ultras haben eine größere Stückzahl für den Freitag erworben.“ Man spricht von 90 bis 100 Karten. Wer sie letzten Endes bekommen hat, ist unklar. Möglicherweise gelangten sie in die Hände der Chaoten. Für den zweiten Turniertag in Hamburg wollte kein Lübecker Karten haben.
Auf Fotos hat Möller zwei bis drei Personen, die der Lübecker Szene zuzuordnen sind und an der Randale maßgeblich beteiligt waren, identifiziert. „Einer hat Stadionverbot. Einer war früher damit belegt. Der Dritte ist wohl noch unbescholten. Wir sehen sie nicht als unsere Fans an“, so Möller. „Sie werden alle mit Sicherheit Stadionverbote bekommen.“
Wie der Veranstalter mitteilte, habe man die Sicherheitsvorkehrungen des Turniers stark verbessert und die rivalisierenden Fan-Lager mittels Absperrungen getrennt. „Das Sicherheitspersonal wurde massiv aufgestockt. Auch die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort“, sagte Mit-Organisator Wolfgang Engelmann.
Dennoch war es für die Chaoten kein Problem, von einem zum anderen Block und in den VIP-Bereich zu gelangen. „In dieser Halle ist bei so großer Gewalt die Sicherheit nicht zu gewährleisten“, sagte Polizei-Einsatzleiter Robert Golz.
Und wie sieht es am kommenden Sonnabend beim Masters in der Kieler Sparkassen-Arena aus, wo u. a. der VfB und Holstein dabei sind? „Die Hallen sind nicht vergleichbar“, betont Jörn Felchner, Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes. „Wir haben ganz andere Sicherheitsmöglichkeiten. Die Fanblöcke werden getrennt. Bei uns gelten die bundesweiten Stadionverbote. Und wir werden schon bei der Ticketausgabe ein Auge auf die Personen werfen.“ Wahrscheinlich ist das nicht nötig, denn aus Lübeck fahren kaum Fans mit. PWD
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