Zwischen 22 und 6 Uhr steht das Taxometer bereits bei 3,50 Euro (alt: 2,50 Euro), wenn die Fahrt losgeht. Für die ersten drei Kilometer sind jeweils zwei Euro fällig, für jeden weiteren 1,30 Euro. Zuvor gab es eine andere Staffelung, die bei 1,65 Euro für den ersten Kilometer losging, ab dem sechsten waren jeweils 1,15 Euro zu zahlen.
„Wir hätten aber sowieso einen Antrag auf eine Tariferhöhung gestellt“, sagt Taxifahrer Roland Hentschel stellvertretend für alle seine Kollegen. Diese hätten im Februar des vergangenen Jahres zusammengesessen, um über die gestiegenen Kosten, unter anderem für Sprit, zu sprechen. Da die Kreisgebietsreform aber absehbar gewesen sei, hätten sie sich nicht mehr an die Bürgerschaft gewandt. Eine Preisumstellung sei für die Fahrer, die in der Regel als selbstständige Unternehmer tätig sind, immer mit Zusatzkosten verbunden, die sie sich nicht zweimal innerhalb kürzerer Zeit auflasten wollten. „Die Taxometer müssen umgestellt und anschließend geeicht werden“, erklärt Hentschel. „Das hätte sich für einen Zeitraum von ungefähr vier Monaten nicht gelohnt. Der Landkreis hatte ohnehin höhere Preise“, deshalb hätten die Fahrer abgewartet.
Eine Tariferhöhung sei „auf jeden Fall notwendig gewesen“, findet auch sein Kollege Rüdiger Kutzner. „Der Preissprung lag allerdings nicht in unserer Hand. Man hat uns die Preise des Landkreises übergestülpt.“ Es gebe durchaus Kunden, die ihn darauf ansprechen, „den Stammkunden entgeht so etwas nicht. 70 bis 80 Prozent der Kunden akzeptieren aber die Preise. Sie sehen, dass das Leben insgesamt teurer wird“. Seit der Wende wären die Taxipreise „in der Regel alle zwei bis drei Jahre“ angehoben worden. Kutzner verweist darauf, dass auch die Preise fürs Busfahren um acht Prozent gestiegen seien. Da Taxifahren generell kostenintensiv sei, treffe eine Preiserhöhung die Fahrgäste allerdings umso mehr. „Der Landkreis fährt aber schon seit zwei Jahren mit diesen Preisen“, fügt er hinzu. Sein Kollege Thomas Bohm rechnet aus, dass für eine Fahrt vom Hotel „Stadt Hamburg“ zum Bahnhof bisher rund vier Euro zu zahlen waren. Jetzt seien es fünf Euro.
Die Umstellung der Taxometer ist eine aufwändige Prozedur, die Harald Mahnke, Dienststellenleiter für Mecklenburg bei der Eichdirektion Nord mit Sitz in Rostock, beschreibt: „Bevor ein Tarif beschlossen wird, bekommen wir ihn bereits im Rahmen der Anhörung, um zu überprüfen ob aus eichrechtlicher Sicht alle Daten enthalten sind.“ Mindestens sechs bis acht Wochen vor Inkrafttreten müsse er der Eichbehörde vorliegen, die ihn an die Hersteller von Taxometern sowie deren autorisierten Servicepartnern schickt. Diese erstellen ein Programm für die Taxometer, die Mahnke als „kleine Rechner“ bezeichnet. Die Eichbehörde überprüfe erst die Programme, bevor sie diese freigibt, so dass sie an die Servicestellen geschickt werden. Dort können die Taxifahrer ihre Geräte programmieren lassen. Ein Besuch beim Eichamt ist anschließend dennoch erforderlich. „Bei uns wird kontrolliert, ob richtig programmiert wurde“, sagt der Dienststellenleiter und verweist auf den Rollenprüfstand, auf den jeder Pkw gestellt werde. „Die Fahrzeuge haben unterschiedliche Radumfänge, sie rollen also unterschiedlich“, macht er deutlich. Entsprechend müsse das Taxometer eingestellt sein.
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