Verzögerungen beim Transport sind der Albtraum jedes Spediteurs – und nicht gesicherte Ladung die der Reedereien. Gestern rückte die Wasserschutzpolizei daher am Skandinavienkai zur Schwerpunktkontrolle aus. „Finnlines und die TT-Line sind an uns mit der Bitte herangetreten, die Trailer, die bei ihnen verladen werden, zu überprüfen“, erzählt Roland Liedtke (52) von der Wasserschutzpolizei. Diese Kontrollen führen er und seine Kollegen täglich durch – dass aber die Reedereien darauf drängen, sei ein Novum.
Bereits vor zwei Wochen wurden Container überprüft, die Finnlines verschiffte. Bei 38 Prozent hatte die Polizei Mängel festgestellt – „diese Zahl hat uns sehr erstaunt, normal sind zehn bis 20 Prozent“, sagt Liedtke. Gestern dann war die TT-Line dran. Ab dem Nachmittag kontrollierten die Beamten alle Trailer, die mit der 22-Uhr-Fähre „Nils Holgersson“ Travemünde verlassen sollten. Dabei ging es vor allem um die richtige Sicherung der Ladung – und Gefahrgut, das nicht als solches gekennzeichnet ist. Erst ein kurzer Blick in die Papiere, dann schaut Polizist Frank Güttler ins Innere des Trailers – und gleich beim zweiten haben er und Ronald Raatz (47) Erfolg. Vier Meter Luft sind zwischen Ladung und Trailerende – schon auf der Straße war dieser Auflieger eine Gefahr, denn die gesamte Ladung ist nicht gesichert. „Dabei helfen Antirutschmatten und einfache Spanngurte schon viel weiter“, sagt Güttler. Kurios: Beides ist im Trailer vorhanden, liegt aber unbenutzt in der Ecke. Wenn diese 7,5 Tonnen bei Seegang ins Rutschen kommen, kann das auch die andere Ladung beschädigen.
Eigentlich sollten die vielen Kartons von Belgien nach Schweden gebracht werden, nun ist für sie erst einmal in Travemünde Schluss. Denn mitten im Trailer ist auch ein Karton mit Batterien – Gefahrgut, das besonders gesichert werden muss. Güttler informiert die TT-Line, und der Trailer erhält Verschiffungsverbot. „Der Spediteur muss jetzt ausbessern, erst dann darf die Ladung aufs Schiff.“
Bis zum frühen Abend wurde über die Hälfte der Trailer am Skandinavienkai mit gravierenden Mängeln festgesetzt, „das ist eine katastrophale Zahl“, sagt Liedtke. Noch in der Nacht kontrollierten die Beamten die Lkw, die erst kurz vor Abfahrt am Hafen ankamen.
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