vom 03.05.2009 16:42
Nach vier Jahren im Unterhaus scheint die erste Klasse wieder zum Greifen nah. «Wenn wir weiterhin 110 Prozent Leistung bringen, kann uns niemand schlagen. Wir feiern aber erst, wenn wir durch sind», meinte Sportclub-Kapitän Heiko Butscher nach dem Schlusspfiff.
Auf direktem Aufstiegskurs ist auch der FSV Mainz 05, der beim 2:0 gegen TuS Koblenz seinen Heimkomplex besiegte. «In dieser Phase zählen nur Punkte und nicht Schönspielerei», stellte FSV-Coach Jörn Andersen nach dem Arbeitssieg erleichtert fest. Im Kampf um Platz zog der 1. FC Nürnberg mit dem 1:0-Derbysieg über den FC Ingolstadt an der SpVgg Greuther Fürth und stimmte sich erfolgreich auf das Frankenderby am kommenden Spieltag ein. «Mit dem Sieg im Rücken fahren wir in Ruhe nach Fürth», sagte FCN-Trainer Michael Oenning nach dem vierten Heimsieg in Serie.
Fürth kann mit einem Sieg beim MSV Duisburg wieder auf einen Aufstiegsplatz zurückkehren. Mitbewerber Alemannia Aachen kassierte nach fünf Siegen in Serie beim 2:2 gegen Aufsteiger Rot-Weiß Oberhausen einen überraschenden Dämpfer. «Aber es noch nichts vorbei», betonte Aachens Kapitän Matthias Lehmann.
Schlusslicht SV Wehen Wiesbaden nach dem 0:1 am Freitag gegen den VfL Osnabrück praktisch als erster Absteiger fest. Neben Osnabrück und Ingolstadt, das seine Negativserie mit dem neuen Trainer Horst Köppel auf 13 Spielen ohne Sieg ausbaute, ist auch Rot Weiss Ahlen trotz des 1:0 gegen den FC St. Pauli durch das späte Tor von U19-Europameister Deniz Naki (87. Minute) in Abstiegsgefahr. Hansa Rostock ist nach der 5:1-Toregala gegen den 1. FC Kaiserslautern dem rettenden Ufer ein großes Stück näher gekommen.
An der Tabellenspitze blieb Alles beim Alten. Fast-Aufsteiger Freiburg behauptete mit dem vierten Sieg in Serie die souveräne Tabellenführung. Tommy Bechmann per Doppelpack, Jonathan Jäger und Daniel Schwaab (Foulelfmeter) trafen für die seit fünf Partien ungeschlagenen Breisgauer. Der Tabellenzweite aus Mainz vertrieb dank der Treffer von Aristide Bancé (17.) und Miroslav Karhan (90.+2.) seinen Heimfluch und kehrte am heimischen Bruchweg nach vier Spielen ohne Sieg in die Erfolgsspur zurück.
Nürnberg quälte sich ohne die gesperrten Torjäger Marek Mintal und Isaac Boakye zum vierten Heimsieg nacheinander. Vor 40 118 Zuschauern machte Dario Vidosic (23.) den «Club»-Erfolg perfekt und verdarb Altmeister Köppel seinen Einstand auf Ingolstadts Trainerbank. Vor 21 200 Zuschauern am ausverkauften Aachener Tivoli beendete der von Borussia Dortmund ausgeliehene RWO-Profi Christopher Nöthe (37./53.) den Höhenflug der Alemannia. Benjamin Auer (76.) rettete dem Gastgeber mit dem 2:2-Ausgleich immerhin noch einen Punkt.
Kaiserslautern hat trotz des Waterloos an der Ostsee den Aufstieg noch nicht nicht abgeschrieben. «Wir haben noch vier Spiele, in den wir es schaffen können», meinte Trainer Milan Sasic. Rostock setzte mit der erfolgreichen Revanche für die 0:6-Hinspielpleite seine Aufholjagd fort. «Wir brauchen noch zwei Siege zum Klassenerhalt», sagte Hansa-Coach Andreas Zachhuber nach dem «grandiosen Sieg.» Nächster Gegner ist der TSV 1860 München, bei dem das Thema Abstieg nach der 1:3-Derbypleite am Freitag beim FC Augsburg wieder hochaktuell ist. «Am Freitag gegen Rostock ist Abstiegskampf pur. Jeder sollte sich deshalb klar machen, wie wichtig dieses Spiel für uns und den Verein ist», sagte «Löwen»-Verteidiger Torben Hoffmann.

