Die WM-Zweite Jennifer Oeser liegt im Siebenkampf bei der Leichtathletik-EM in Barcelona auf Medaillenkurs. In den vier Disziplinen sammelte die 26-jährige Leverkusenerin 3841 Punkte.
Damit liegt sie hinter Weltmeisterin Jessica Ennis (Großbritannien/4080) und Olympiasiegerin Natalija Dobrinskaja (Ukraine/3970) an dritter Stelle. «Ich werde alles geben, um meinen Platz zu halten oder weiter nach vorn zu kommen», zeigte sich Oeser zufrieden und kämpferisch.
Die Hannoveranerin Maren Schwerdtner ist vor dem zweiten Tag mit 3644 Punkten Achte. Claudia Rath von der LG Eintracht Frankfurt liegt belegte mit 3579 die 12. Position. «Ich bin überhaupt nicht zufrieden, ich habe mir das anders vorgestellt», klagte Erzieherin Rath.
Die in Brunsbüttel geborene Jennifer Oeser hatte trotz eines spektakulären Sturzes im 800-Meter-Lauf bei der Heim-WM in Berlin Silber gewonnen. Seitdem lastet auf ihr ein größerer Druck. «Ich gehe nicht mehr so unbefangen da rein», bekannte sie. «Wie kann ich es toppen, Silber nach einem Sturz zu gewinnen.» Deshalb würde sie sich auch schon «riesig» über EM-Bronze freuen. Das Fundament für eine Medaille hat die 1,76 Meter große Athletin am ersten Tag geschaffen. Über die 100 Meter Hürden erzielte Oeser mit 13,37 Sekunden eine persönliche Bestleistung und die zweitschnellste Zeit aller Teilnehmerinnen. «Endlich habe ich die 40 geknackt, Gott sei Dank», sagte sie erleichtert nach dem Auftakt nach Maß.
Im Hochsprung überwand die Polizeiobermeisterin 1,83 Meter, ließ aber im Kugelstoßen Punkte: Mit 13,82 Meter blieb sie deutlich unter ihrer Bestleistung (14,29 Meter). Dafür drehte Oeser über 200 Meter noch einmal ordentlich auf und lief mit 24,07 Sekunden so schnell wie noch nie über 200 Meter im Siebenkampf. «So eine Zeit hätte ich mir nicht träumen lassen», jubelte Oeser. «Nun voller Angriff, es ist eng, aber ich bin gut drauf.»
Im britisch-ukrainischen Zweikampf um den Titel dominierte bislang Ennis. Die 24-Jährige hatte die besten Resultate im Hürdensprint mit 12,95 Sekunden, im Hochsprung mit 1,89 Meter und auch über 200 Meter in 23,21 Sekunden. Dobrinskaja zeigte dagegen vor allem im Kugelstoßen mit 15,88 Meter ihre Stärke.
Kommentare powered by Disqus. Unsere Nutzungsbedingungen.

