Peinliche Panne auf der Internetseite des SPD-Spitzenkandidaten zur Landtagswahl im Mai, Torsten Albig. Wer dort das Video seiner jüngsten Veranstaltung mit Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan anklickte, auf dem auch der Tortenwurf auf Albig festgehalten ist, musste sich erstmal 22 Sekunden lang Werbung für ein Killerspiel ansehen.
„Goldeneye 007 – Reloaded“ heißt das Spiel, ein sogenannter „Ego-Shooter“. Freigegeben ist es erst ab 16. Kein Wunder: In der Rolle des Geheimagenten James Bond muss der Spieler mehrere Level durchlaufen und dabei mit seinen Waffen immer wieder neue Gegner ausschalten. Wilde Schießereien sollten auch in dem Werbefilm auf Albigs Internetseite Appetit aufs Computerspielen machen. Darüber prangte auf der Seite die ganze Zeit der Slogan: „Torsten Albig: Gutes Regieren für unser Land.“
Kopfschütteln im Landeshaus. „Seit Jahren wissen wir, was solche Killerspiele in jungen Menschen verursachen können“, erklärte die CDU-Abgeordnete Heike Franzen. Ihr sei unerklärlich, wie ein Politiker „eine solche Werbung auf seinem persönlichen Internetauftritt überhaupt zulassen kann“. Albig hätte das unterbinden müssen.
Die Grünen wollten die Sache nicht kommentieren. Katharina Loedige (FDP) reagierte bissig. Albigs Video stelle klar, „wie gutes Regieren mit Sozialdemokraten aussehen würde: Wenn schon der Vorspann daneben ist, kann man auch den Hauptfilm vergessen."
Die SPD nahm das Video gestern von der Seite. Sprecher Amin Hamadmad bedauerte den „technischen Fehler“. Normalerweise verwende man nur eigene Videomitschnitte. Weil ein Mitarbeiter erkrankt sei, habe man diesmal das Angebot einer Internetplattform genutzt. Die schaltet dann in eigener Regie Werbung davor.
Der Hannoveraner Kriminologe Christian Pfeiffer warnte gestern gegenüber den LN erneut vor Killerspielen am PC. Wer sie spielt, stumpfe gegen Gewalt ab. Ein weiteres Problem: Vor allem viele Jungs würden lange vor dem Rechner sitzen, die Schulleistungen zusammenbrechen. Pfeiffer: „Das bringt die Jungen ins Abseits.“
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