Fiona, die Erzählerin, lebt als junges Mädchen zunächst in der heilen Welt, die wenige Jahre später allerdings aus den Fugen gerät. Fionas Mutter stirbt, die Familie fällt auseinander. Bruder Patrick zieht weg, der Vater verfällt dem Alkohol, die Zwillingsschwestern verwahrlosen und Ersatz-Mutter Fiona ist heillos überfordert mit ihrer Aufgabe und dem Erwachsenwerden. Sie versucht sich als Künstlerin, verliebt sich unglücklich und rebelliert schließlich auch gegen den Vater. Donovan vertraut ihren eher einfach gezeichneten Charakteren: der Bruder ist sanftmütig, kümmernd und schwul, die Tante keck und lesbisch, der Vater ein Trunkenbold. Der Titel verweist auf Emily Brontë, berühmte Autorin der «Sturmhöhe», die es nach Ansicht Fionas auch geschafft hat, Literatur und Hausarbeit unter einen Hut zu bekommen. Donovan gelingt es zwar, einer traurigen Geschichte humorvolle Passagen abzugewinnen, Tiefe gewinnt ihr Buch dadurch aber nicht
Anne Donovan
Emily sein oder nicht sein
Luchterhand Literaturverlag, München
351 S., Euro 9,00
ISBN 978-3-6306-2148-7
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