Das sagte er in Wuppertal bei einer Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). «Es gibt in Deutschland sittenwidrig niedrige und sittenwidrig hohe Löhne», sagte der Parteichef vor rund 1000 Menschen. Müntefering sprach sich für die «Austrocknung internationaler Steueroasen» und die «deutliche Reduzierung der Manager-Gehälter» aus.
DGB-Chef Michael Sommer forderte angesichts eines «Casino-Kapitalismus» strenge Finanzmarkt-Reformen noch in dieser Legislaturperiode. «Ich fordere die Bundesregierung auf, sofort mit der Regulierung des Banken- und Investmentsektors ernst zu machen. Der Bundestag muss noch in dieser Legislaturperiode die entsprechenden Gesetze verabschieden», sagte Sommer am Freitag auf der zentralen DGB-Mai-Kundgebung in Bremen. Zugleich forderte er weitere Milliarden zur Bekämpfung der tiefen Wirtschaftskrise. Die angelaufenen Konjunkturprogramme reichten angesichts der Krise nicht aus, sagte Sommer am Freitag vor nach DGB-Angaben rund 7000 Menschen in der Hansestadt.
Der DGB-Vorsitzende mahnte entschlosseneres Handeln an. Es gehe darum, Spekulationen einzudämmen und zu kontrollieren, Unternehmen nicht mehr an kurzfristigen Renditezielen auszurichten und den Finanzsektor über wirksame Transaktionssteuern - wie die auch von der SPD geforderte Börsenumsatzsteuer - an den Kosten der Krise zu beteiligen. «Finanzhaie, Hedgefondsmanager, gierige Besitzer großer Aktienpakete, gegelte Boni-Jäger mit Jachten und eigenen Inseln und nicht zuletzt die, in deren Auftrag sie spekuliert und gezockt haben, haben unverantwortlich gehandelt», kritisierte Sommer.
Trotz der Beschlüsse des G20-Gipfels in London Anfang April habe sich bisher in diesem Bereich kaum etwas getan. Unterdessen setze sich die allgemeine Talfahrt rapide fort. «Machen wir uns nichts vor. Die Krise ist so tief, wie sie sich niemand hat vorstellen können. Es ist leider noch kein Licht am Ende des Tunnels», machte Sommer wenig Hoffnungen auf ein rasches Ende des Konjunktureinbruchs.
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