Lance Armstrong twittert seine Aufregung und Freude über das geplante Comeback des «Größten aller Zeiten» in die Welt hinaus, Box-Weltmeister Vitali Klitschko drückt Michael Schumacher die Daumen und Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer will sich wieder Formel-1-Rennen anschauen.
Die Sportwelt steht nach Schumachers und Ferraris Ankündigung, dass der 40-Jährige am 23. August beim Großen Preis in das Ferrari-Renncockpit zurückzukehren will, Kopf. Und in Italien überschlägt sich die Presse. «Ein Fest - der größte Champion aller Zeiten ist wieder da», schrieb «La Gazzetta dello Sport».
«Schumacher schnappt sich wieder seinen Ferrari», meinte «La Repubblica». «Nach drei Jahren trügerischer Ruhe hat der Renn-Dämon gewonnen. Er riskiert alles, aber er ist ein Geschenk für die Formel 1.» Genauso sieht es auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. «Das ist das Beste, was der Formel 1 passieren kann und einfach großartig für unseren Sport», sagte der Schwabe, nachdem Schumacher angekündigt hat, aus Verbundenheit zu Ferrari und dem in Ungarn verunglückten Felipe Massa das Cockpit des 28-Jährigen solange zu übernehmen, bis der Brasilianer wieder selbst Gas geben kann.
250 Rennen, 91 Siege, sieben WM-Titel und nun die Comeback-Ankündigung - für die spanische Sportzeitung «Marca» steht fest: «Der Mythos kehrt zurück. Michael Schumacher verhilft dem Großen Preis von Europa in Valencia zu neuem Interesse. Die spanische Hafenstadt hat das große Glückslos gezogen.» Zweifellos wird der Hype um den einstigen Dominator, der in Valencia auch gegen den von vielen als Nachfolger auserkorenen Heppenheimer «Baby-Schumi» Sebastian Vettel erstmals in einem WM-Lauf der Formel 1 antreten wird, keine Grenzen kennen. Vettel selbst bleibt aber gelassen, vom eigenen WM-Kurs will sich der Gesamtdritte von Red Bull nicht abbringen lassen. «Duelle gibt es jeden Sonntag, wenn um 14 Uhr nachmittags die Startlampen ausgehen, denn tritt jeder gegen jeden an und der Beste gewinnt.»
Doch die Rückkehr des Rekordesammlers wird das sportliche Geschehen erstmal in den Schatten stellen. «The Schu goes on», meinte das britische Boulevardblatt «The Sun». Der «Daily Mail» freute sich über Schumachers «Ehrenrunde» und die «Londoner Times» schrieb vom «bemerkenswertesten Comeback in der Motorsport-Geschichte». Eines, das sogar den siebenmaligen Tour-Sieger Armstrong nicht kaltließ. «Bin so aufgeregt, Michael Schumacher wieder fahren zu sehen. Der Größte aller Zeiten!», twitterte der Amerikaner, der sich selbst in diesem Jahr in die Gilde berühmter Rückkehrer einreihte - er hatte dreieinhalb Jahr pausiert.
Ralf Schumacher, selbst nach seinem Formel-1-Ende in die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft gewechselt, wünscht seinem Bruder alles Gute, viel Glück und viele Punkte. «Das ist wohl die Sportsensation der letzten Jahre, damit hätte selbst ich nicht gerechnet, dass Michael nochmals an einem Formel-1-Rennen teilnimmt. Ich freue mich für ihn und die Motorsport-Fans», meinte der jüngere der beiden PS- Brüder. Schumachers künftiger Rivale Nico Rosberg findet es «super», dass Michael Schumacher einspringt. Es sei aber schwer einzuschätzen, wie schnell er sein könne im Vergleich zu Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen, der 2007 das Cockpit von Schumacher nach dessen Rücktritt übernommen hatte. «Auf der einen Seite ist er einer der besten aller Zeiten, aber auf der anderen ist er sehr lange nicht mehr gefahren.»
Dass mit einer Rückkehr Michaels, dessen Gesundheitszustand in den kommenden Tagen eingehend geprüft wird, das Interesse an der «Königsklasse» einen weiteren heftigen Schub erfahren wird, ist unzweifelhaft. «Nachdem Michael Schumacher zurückgetreten ist, habe ich keine Formel 1 mehr angeschaut. Ab jetzt guck ich wieder jedes Rennen!», kündigte der «Kaiser» an. An sein eigenes Comeback erinnert Vitali Klitschko: «Mit Sicherheit kann er erfolgreich zurückkommen. Ich habe ja auch bewiesen, dass man nach vier Jahren Pause als Weltmeister zurückkommen kann.»
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