| NAME | BERUF | ALTER | GEBURTSDATUM | GEBURTSORT | GEBURTSLAND |
| JOHNS, Daniel | australischer Rocksänger | 31 | 22.04.1979 | Newcastle | Australien |
| HARLOFF, Marek | Deutscher Schauspieler | 39 | 22.04.1971 | Hamburg | Deutschland |
| FRAMPTON, Peter | britischer Rockgitarrist | 60 | 22.04.1950 | London | Großbritannien |
Er ist der König des Trash-Films, ein Grenzgänger und Tabubrecher, hinter dessen smarter Erscheinung mit Menjou-Bärtchen sich Abgründe aus Sex und Gewalt auftun. John Waters, der heute 64 wird, hat den schlechten Geschmack zur hohen Kunst erhoben.
In seinem Kult-Klassiker «Pink Flamingos» hat er harten Sex gezeigt und den Transvestiten und Lieblingsschauspieler Divine Hundekot essen lassen. Ein heftiger Film, der mit geringem Budget und großer Lust an der Provokation gedreht wurde, nachdem Waters von der Uni wegen Marihuana-Missbrauchs geflogen war: «Man darf nicht vergessen, der Film ist von 1972 - das Jahr, in dem auch der Porno-Klassiker "Deep Throat" rauskam», erzählte Waters in einem Interview mit dem «Kölner Stadt-Anzeiger». «Wir waren wütende Hippies. Und was kannst du tun, um Hippies zu schocken, die eigentlich Punks waren, es aber noch nicht wussten? "Pink Flamingos" war ein Punkrock-Film, bevor es Punkrock überhaupt gab».
Seine Lust am Abseitigen hatte sich bei Waters bereits früh ausgeprägt. Das Kind aus Baltimore war schon immer anders als andere Kinder: «Mich interessieren Extreme. Ich mag Verhalten, das ich nicht verstehe. Ich fühle mich von Dingen angezogen, die mir unheimlich sind. Als Kind hatte ich ein Faible für Verkehrsunfälle. Ich habe meine Spielzeugautos zerbeult, damit sie aussehen, als wären sie zusammengestoßen. Außerdem habe ich meine Mutter angebettelt, dass sie mit mir auf den Schrottplatz geht. Einmal habe ich dort einen Wagen gesehen, in dem noch Blut zu sehen war. Das hat mich fasziniert», erzählte er «FR-online».
Die 70er Jahre sollten weiter im Zeichen großer Geschmacklosigkeiten stehen. Nach «Pink Flamingos» drehte John Waters mit «Female Trouble» (1975) und «Desperate Living» (1978) zwei weiter schrille Anarcho-Satiren, in denen denen es vor wahnwitzigen und schrägen Typen nur so wimmelte.
Beeinflusst von Trash-Filmern wie Russ Meyer («Die Satansweiber von Tittfield») und Herschell Gordon Lewis («Two Thousand Maniacs!») führte Waters' Weg, der in seinen Filmen immer auch lustig sein wollte, zu Beginn der 80er Jahre langsam aber sicher aus den Mitternachtsvorstellungen der Programmkinos raus zum Mainstream. «Polyester» (1981), seine Satire über die amerikanische Mittelklassefamilie, machte den Anfang. Zusätzlicher Gimmick: In dem Odorama-Film konnte mit Hilfe von Rubbelkarten an vorgegeben Stellen Gerüche verströmt werden - und es waren nicht immer Rosen, die da dufteten.
Zu beginn seiner «Schmuddel»-Karriere hätte es sich der Underground-Filmer John Waters sicherlich nicht träumen lassen, dass sein Name eines Tages auch mit John Travolta und Uwe Ochsenknecht verbunden sein wird. Der Musical-Film «Hairspray» (1988) ist daran «schuld»: Die Geschichte eines übergewichtigen Mädchens, das 1962 im spießigen amerikanischen Baltimore zum Tanzstar aufsteigt, avancierte zum Kult-Klassiker. Das Musical wurde am Broadway, in London und Köln (mit Uwe Ochsenknecht in der Divine-Rolle) gefeiert. In einem Remake von 2007 war John Travolta als übergewichtige Mutter zu sehen.
Auch wenn Waters heute genug haben sollte von der Provokation, so hat er für junge Filmemacher doch einige passable Ratschläge parat: «Nehmt Sex und Gewalt in euren ersten Film.» Die Aufgabe der Jugend sei es, immer wieder neue Wege zu finden, der älteren Generation die Nerven zu rauben. «Und macht niemals einen Film über eure Großmutter - außer sie ist eine Mörderin», meint er.
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