„Es kann und darf nicht wahr sein, dass sich Janas Familie in diesen schweren Stunden auch noch mit den Kosten für Überführung, Versorgung und Beerdigung der Tochter und Schwester kümmern muss“, sagt Egon Vaupel. Der Oberbürgermeister von Marburg in Hessen hat durch Zufall von dem tragischen Tauchunfall und dem Tod der 16-Jährigen gehört. „Meine Tochter ist zurzeit im Urlaub in Travemünde und hat mir die Artikel aus den LN geschickt“, sagt Vaupel. In Janas Heimatort sei die Nachricht von den finanziellen Problemen der Mutter, die den Lebensunterhalt ihrer Familie mit dem Gehalt aus einer Halbtagsstelle in der Pflege bestreiten muss, noch nicht bekannt gewesen. „Ich kann mich diesem traurigen Geschehen während des Urlaubs auf Fehmarn nicht entziehen“, sagt der Oberbürgermeister. Trotz Urlaubs habe er seine Verwaltung angewiesen, der Familie unbürokratisch unter die Arme zu greifen. „Die Familie soll in aller notwendigen Ruhe trauern können“, sagt Vaupel.
Unterstützung hat gestern auch Janas ehemalige Schule zugesagt. „Der Direktor hat mich angerufen, tief betroffen. Er kannte die 16-Jährige sehr gut, war von ihrer hohen sozialen Kompetenz und ihrem Engagement für die Schule beeindruckt“, sagt Detlef Hardt. Der pensionierte Lübecker Polizeibeamte hat das Spendenkonto für die finanzielle Unterstützung der Hinterbliebenen eingerichtet. „Der Schulleiter hatte erst spät von dem Tod seiner engagierten Schülerin erfahren und will nun, nachdem er bei der Mutter kondoliert hat, gemeinsam mit seinem Kollegium und dem Elternbeirat die Familie ebenfalls unterstützen“, berichtet der 65-Jährige.
Die Anteilnahme der Schleswig-Holsteiner bezeichnet Hardt als überwältigend. Nicht nur in Lübeck, auch in Hamburg haben gleich mehrere Kommunalpolitiker angekündigt, ihre Sitzungsgelder für die Teilnahme an Ausschüssen zu stiften. Eine Friseurin, ebenfalls aus Hamburg, hat ihren Kundinnen von dem tragischen Fall berichtet. Gleich mehrere Frauen hätten nach Verlassen des Salons Geld für Janas Angehörige überwiesen. Mehrere Bestattungsunternehmen aus der Region haben ebenfalls ihre Hilfe angeboten. Mehrere tausend Euro sind bereits auf dem Konto eingegangen. Jeder Cent wird der Familie zur Bezahlung der Überführungs- und Beisetzungskosten zu Gute kommen, versichert Hardt.
Doch die Menschen wollen nicht nur finanziell helfen. Mitglieder der Internet-Communities Twitter und Facebook haben die LN-Artikel an Freunde und Bekannte verschickt und um Unterstützung gebeten. Eine Leserin schrieb derweil an die Produktionsfirma von TV-Moderator Frank Elstner und berichtete von dem tragische Tod der ehemaligen Praktikantin beim Schnuppertauchen auf Fehmarn. Das Mädchen war am Dienstag dieser Woche in der Lübecker Uni-Klinik verstorben. Die lebenserhaltenden Geräte waren nach dem Hirntod abgeschaltet worden.
Janas Mutter Ulrike Berger ist trotz des Schmerz tief beeindruckt von der Anteilnahme der Menschen im Norden: „Ich bedanke mich herzlich für das große Engagement.“ In der kommenden Woche soll die Beerdigung ihrer Tochter im engsten Familienkreis zu Hause in Marburg stattfinden.
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