ln-online/lokales vom 29.03.2008 18:57
Weitersagen
Demo-Tag in Lübeck - das Protokoll
Foto: LN
Die Kundgebungen in Lübeck sind gegen 15.30 Uhr zu Ende gegangen. Foto: LN
Lübeck - Mehrere tausend Menschen haben am Sonnabend in Lübeck gegen einen Aufmarsch von rund 350 Rechtsextremisten demonstriert. Zu der Protestkundgebung vor dem Holstentor, dem Wahrzeichen der Stadt, hatte ein Bündnis aus Kirchen, Gewerkschaften, Parteien und Organisationen aufgerufen. Wegen des massiven Polizeiaufgebots, das die Demonstrationszüge absichert, war es vor allem im Westen der Stadt zu Verkehrsbehinderungen kommen, Busse fuhren nur eingeschränkt. Die Altstadt war jedoch kaum von den Demos betroffen, alle Geschäfte blieben geöffnet.

Bilder von den Demos in unserer Fotogalerie
Zur LN Video-News geht es hier


15.40 Uhr: Ende der Kundgebung auf der Puppenbrücke. Die Gruppe löst sich langsam auf.

15.33 Uhr: Nazi-Kundgebung ist am Lindenplatz zu Ende gegangen.

15.29 Uhr: Fast 1500 auf der Puppenbrücke. Dröhnende Musik. Die Demonstranten fordern das Ende des Nazi-Aufmarsches.

15.15 Uhr: Muk-Parkplatz: Die Situation löst sich auf.

15.10 Uhr: Auf dem Muk-Parkplatz kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Autonomen und Polizei. Es gab zwei, drei Festnahmen.

15 Uhr: Marienbrücke: Die Situation verlagert sich auf den MuK-Parkplatz.

14.54 Uhr: Nazi-Aufmarsch ist am Lindenteller eingetroffen. Hunderte linker Demonstranten haben sich hinter der Polizeiabsperrung an der Puppenbrücke versammelt.

14.44 Uhr: Aufeinandertreffen von Linken und der Polizei unterhalb der Marienbrücke. Im Moment ist alles friedlich. Es gibt ein paar Rauchbomben.

14.15 Uhr: 500 Demonstranten ziehen von der Puppen- zur Marienbrücke.

14.08 Uhr: Nazi-Aufmarsch an der Ecke Töpferweg/Moislinger Allee angekommen. Hält dort Zwischenkundgebung. Gegendemonstranten stehen an der Absperrung und versuchen die Nazis zu übertönen.

14.02 Uhr: Man kann definitiv die Altsadt nicht über Puppenbrücke und Holstentor erreichen. Wer in die City will, sollte über die Travemünder Allee fahren oder von Süden (B 207) kommen.

13.58 Uhr: Auf der Holstenbrücke fährt ein Wasserwerfer vor. Zynischer Applaus der Demonstranten.

13.50 Uhr: In der Hansestraße gibt es von Balkonen aus einzelne Aktionen gegen die Nazis. Sprechchöre und laute Rockmusik dröhnt aus Boxen, die an die Fenster gestellt wurde.

13.34 Uhr: Gegendemonstranten stehen mit Israel-Flaggen am Rand und begleiten den rechten Aufzug mit "Nazis raus"-Rufen.

13.32 Uhr: Heikle Situation am Holstentor: Es fliegen Flaschen. Tritte gegen Polizei-Autos. Festnahmen.

13.30 Uhr: Etwa 1000 Gegendemonstranten stehen auf der Puppenbrücke vor der Polizeiabsperrung und wollen zum Lindenteller.

13.29 Uhr: Rechter Aufzug setzt sich nach Blockade-Ende vom Bahnhof Richtung Hansestraße in Bewegung.

13.22 Uhr: Gegendemonstranten sprechen von unnötiger Provokation und wollen in Ruhe verhandeln.

13.19 Uhr: Polizei hat Blockade in der Hansestraße mit massivem Kräfteinsatz geräumt. Ein Polizeibeamter wurde bei Angriffen von Gegendemonstranten durch einen Tritt in den Unterleib verletzt und musste zur weiteren medizinischen Versorgung in ein Lübecker Krankenhaus gebracht werden, teilt die Polizei mit.

13.13 Uhr: Polizei rückt verstärkt zum Räumen an. Einige Festnahmen...

13.11 Uhr: Gegendemonstranten kommen Richtung Holstentorplatz. Polizei im Laufschritt. Antifa-Rufe...

12.59 Uhr: Sitzblockierer in der Hansestraße werden einzeln weggetragen.

12.49 Uhr: Polizei beginnt mit der Räumung der Straßensperre in der Hansestraße.

12.32 Uhr: Sitzblockade der Linken mitten in der Hansestraße vor dem 2. Polizeirevier.

12.20 Uhr: Größere Gruppen linker Gegendemonstranten in Richtung der rechten Marschroute unterwegs.

12.14 Uhr: ca. 300 bis 350 Rechte aus Ostholstein, Kiel, Hannover, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern versammeln sich in Reih und Glied vor dem Bahnhof. Die Polizei kontrolliert die Einhaltung der Demonstrationsauflagen.

12.07 Uhr: Die zweite Gruppe ist über die Willy-Brandt-Allee losgezogen und die dritte Gruppe will versuchen, direkt über die Puppenbrücke durch die Polizeisperre zum Lindenplatz zu gelangen.

12.06 Uhr: Mindestens 200 Rechte aus Kiel sind am Bahnhof Lübeck eingetroffen.

12 Uhr: Am Holstentorplatz gibt es die offizielle Ansage, dass die Demonstranten, die wollen, sich in Gruppen aufteilen können und versuchen sollen, zwischen den Polizeiposten hindurch Richtung NPD-Demonstration zu kommen. Eine erste Gruppe geht über die Possehlstraße in Richtung St. Lorenz Süd.

11.40 Uhr: Die Veranstaltungslage ist insgesamt ruhig und verläuft bislang ordnungsgemäß, sagt die Polizei.

11.27 Uhr: Die Verkäufer in den Lindenarkaden drehen Däumchen. Auch hier sind einige Läden geschlossen.

11.20 Uhr: Eine Gruppe von rund 30 Gegendemonstranten wurde im Hansering in Gewahrsam genommen, da diese überwiegend mit Sturmhauben vermummt und mit Stöcken bewaffnet, in Richtung der Veranstaltungsstrecke der NPD unterwegs waren, teilt die Polizei mit.

11.19 Uhr: Rechte sammeln sich langsam am Bahnhof. Bisher ca. 20 Leute eingetroffen.

11.14 Uhr: Linke skandieren "Nazis raus!" am Bahnhof. Die Polizei ist dazwischen.

11.10 Uhr: 2500 Leute am Holstentorplatz. Hubschrauber kreisen. Bislang alles ruhig.

11.05 Uhr: Kundgebung mit neun Rednern startet. Ein Sprecher sagt: "Wir wollen den Nazi-Aufmarsch verhindern..."

11 Uhr: Der Zob ist wie ausgestorben. Über zehn Kleinbusse der Polizei und Wasserwerfer sind präsent.

10.57 Uhr: Holstentorplatz: 600 schwarz gekleidete Autonome, Kirchen-Besucher und Politiker warten auf das Eintreffen der anderen. Viel Polizei vor Ort, die alles absperrt.

10.51 Uhr: Die Puppenbrücke wird ganz stark von der Polizei kontrolliert. Fast jeder, der Richtung Zob durch möchte, wird genau unter die Lupe genommen. Viele werden nicht durchgelassen. Zwei Linke wurden bereits in Gewahrsam genommen. In der Holstenstraße haben einige Geschäfte wegen der Demo geschlossen.

10.45 Uhr:Festnahme an der Bahnhofsbrücke, einzelner Demonstrant versuchte, über die Absperrung zu kommen.

10.30 Uhr: Kein Durchkommen: Der Versuch einer Lübeckerin, mit dem Auto von der Schönböckener Straße zur Lachswehr zu kommen, schlägt fehl. Sie dreht entnervt um und fährt nach Hause.

10.20 Uhr trifft der Zug am Holstentor ein. Auf dem Platz mischen sich Kirchenklänge mit HipHop-Musik. Dort warten andere Anhänger des Bündnisses.

10.10 Uhr: Erste Rndale im Bahnhof, als etwa 350 Linke aus Kiel und Hamburg ankommen. Reichlich Bewegung in der Stadt...

10 Uhr: Singend ziehen die Kirchen-Besucher durch die Breite Straße. Bis zum Kohlmarkt begleitet von wenigen Polizisten.

9.50 Uhr: Die Polizei nimmt zwei Rechte am Zob fest - wegen "Hitlergruss" in der Öffentlichkeit, Randale und verfassungswidrigen Äußerungen.

9.30 Uhr: 300 Lübecker besuchen den Gottesdienst in St. Marien. Pastor Bernd Schwarze: "Wer dem Bombenangriff gedenkt und die Wahrheit außer acht lässt, der gibt den Toten keine Ehre."

9.02 Uhr: An den Einfallstraßen der nördlichen Altstadt hat die Polizei Stellung bezogen. Die Fackenburger Allee ist an der Bahnhofsbrücke abgeriegelt, nur unverdächtige Fußgänger dürfen passieren. Bereitschaftspolizisten stehen in Grüppchen zusammen, ziehen sich ihre Schutzkleidung über und warten.

9 Uhr: Die Kollegen der LN machen sich auf den Weg in die Stadt. Auch die Marienbrücke ist von der Polizei für den Verkehr stadteinwärts gesperrt worden. Es ist alles friedlich.



Hintergrundberichte:

NPD-Gegner hoffen auf 3000 Teilnehmer
Der Tag vor den Demos: St. Lorenz Süd wappnet sich
Alarm in Lübeck: Großdemos legen die Stadt lahm
Lübeck vor den Demos: Wie gefährlich wird der Sonnabend?
Lust auf mehr?
Jetzt 2 Wochen kostenlos testen:
Zeitung zur Probe hier anfordern


URL: http://www.ln-online.de/artikel/2330677
© 2008 www.ln-online.de