ln-online/lokales vom 23.03.2009 08:20
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Lübeck: Demonstrationen blieben friedlich
Etwa 150 Demonstranten hatte das Bündnis „Wir können sie stoppen“ auf die Beine gebracht. Der geplante neunstündige Umzug durch die ganze Stadt endete bereits am Holstentor. Foto: Maxwitat
Etwa 150 Demonstranten hatte das Bündnis „Wir können sie stoppen“ auf die Beine gebracht. Der geplante neunstündige Umzug durch die ganze Stadt endete bereits am Holstentor. Foto: Maxwitat
Lübeck - Gelungene Generalprobe für die Doppel-Demo in einer Woche: Die so genannte Mahnwache und der Gegenprotest verliefen am Sonnabend absolut ruhig.

Nach sechs Stunden war alles vorbei. Etwa 40 Rechtsextremisten saßen wieder im Regionalzug nach Kiel. Mit mehr als 100 Einsatzkräften hatte die Polizei die Teilnehmer von Mahnwache und Gegendemo getrennt. Polizeisprecher Detlef Riedel: „Die Demonstrationen verliefen angenehm friedlich.“ Es habe keine Festnahmen und gewalttätige Auseinandersetzungen gegeben.

Das Bündnis „Wir können sie stoppen“ hatte 300 Teilnehmer für einen neunstündigen Umzug durch die Innenstadt mit mehreren Kundgebungen angemeldet. Die Beteiligung an der Warm-up-Demo fiel mit etwa 150 Teilnehmern allerdings geringer aus als erwartet.

Die NPD als Veranstalter der so genannten Mahnwache hatte sich am Freitag mit der Versammlungsbehörde auf die Obertrave als Standort geeinigt. Als die Rechten um 10.57 Uhr im Hauptbahnhof eintrafen, war der Zug der Bündnis-Demonstranten gerade Richtung Innenstadt aufgebrochen. Die Rechten wurden mit einem Stadtwerke-Bus zum Versammlungsort gefahren und auch zum Bahnhof zurückgebracht. Das brachte der Polizei erhebliche Kritik und Buhrufe ein. Christoph Kleine vom Bündnis: „Wir fordern die Polizei auf, die Nazis nach Hause zu schicken.“

Um 11.22 Uhr waren die Gegendemonstranten von der vorgeschriebenen Route abgewichen und am Holstentor über die Obertravebrücke zum Versammlungsort der Rechten gestürmt. Vor der Musikhochschule errichteten sie eine Sitzblockade. Die NPD musste ihre Mahnwache 300 Meter weiter vorne abhalten. Die Reden der Rechten – unter ihnen der bundesweit bekannte Thomas Wulff – gingen im Lärm der Gegendemonstranten unter.

Am 28. März erlebt Lübeck die Neuauflage. Die Rechten haben ihren jährlichen „Gedenkmarsch“ angemeldet. Ein Bündnis aus Kirchen, Gewerkschaften, Parteien und linken Gruppierungen stellt diverse Gegendemos auf die Beine.

Während der Demonstration kam es zu kurzzeitigen Verkehrsbehinderungen rund um den Lindenplatz. Das befürchtete Chaos blieb aus.
Von Kai Dordowsky
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