ln-online/lokales vom 20.09.2009 11:17
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Umfrage verspricht Herzschlag-Finale
Eine bürgerliche Koalition aus CDU und FDP hat ihren Vorsprung verloren – so das Ergebnis einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Lübecker Nachrichten.

CDU-Wahlkampfleiter Daniel Günther konnte seine Enttäuschung über die jüngsten Zahlen der Forsa-Umfrage nicht ganz verbergen. „Es ist verdammt knapp“, sagte er zu den 47 Prozent, die CDU und FDP laut Forsa-Umfrage gemeinsam bei den Landtagswahlen am nächsten Sonntag holen. „Es muss in der letzten Woche noch ordentlich gekämpft werden, damit es für uns reicht“, machte er seiner Partei Mut. Noch aber sei nichts entschieden. „Wir werden weiter die sachliche Auseinandersetzung suchen, uns nicht von der SPD provozieren lassen.“ Im übrigen rechne er damit, dass die Schleswig-Holsteiner die SPD am Wahltag für die Attacken Stegners auf Carstensen abstraften. „Die Menschen im Land mögen es nicht, einen Ministerpräsidenten als ’feigen Sack’ zu bezeichnen.“ Das zeigten die Diskussionen an den Wahlständen.

Bei der SPD sorgten die Forsa-Zahlen für Hochstimmung. „Der konsequent inhaltliche Wahlkampf der SPD kommt bei den Menschen an“, kommentierte Landesgeschäftsführer Christian Kröning. „Die SPD und Ralf Stegner haben stark aufgeholt.“ Tatsächlich liegen SPD und Stegner in der Bewertung der Wähler weiter hinter den Christdemokraten, allerdings schmilzt der Abstand deutlich. Lässt man die Bürger die Arbeit der Spitzenkandidaten Carstensen und Stegner bewerten, liegt der CDU-Mann zwar vorn, fällt aber von +0.6 auf 0.0 zurück, Stegner verbessert seine (immer noch schlechte) Note von -1.2 auf -0.8. Auch auf die Frage nach der politischen Kompetenz ist die SPD den Christdemokraten jetzt hart auf den Fersen. Der Vorsprung der CDU ist auf drei Prozentpunkte geschmolzen. Junge Wähler (18 bis 29-Jährige) und Beamte glauben mehrheitlich, dass die Sozialdemokraten besser mit den Problemen des Landes fertig werden. Bemerkenswert: Fast jeder Zweite traut das keiner der beiden großen Parteien zu.

Grünen-Spitzenkandidaten Monika Heinold sagte denn auch: „Das Forsa-Ergebnis spiegelt wider, was wir an Wahlkampfständen hören: Frust über die Große Koalition, hohe Sympathie für uns.“ Und SSW-Kandidatin Anke Spoorendonk erklärte: „Was sich die CDU im Sommer vorgestellt hat, geht jetzt nicht auf. Sie hat es sich mit dem Bruch der Koalition zu einfach gemacht.“

Die Liberalen setzen angesichts der Umfragezahlen darauf, eine bürgerliche Koalition fürs Land zu retten. „Die Ausgangsposition der FDP ist so gut wie nie zuvor“, sagte Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki zu prognostizierten 16 Prozent für seine Partei. Nun müssten aus der Stimmung auch Stimmen gemacht werden. Eine „Chaos-Combo“ aus SPD, Linkspartei, Grünen und SSW, die ansonsten drohe, „will niemand im Land“.

Bei der Bundestagswahl schneiden die beiden großen Parteien laut Forsa übrigens besser ab. Die Schleswig-Holsteiner würden die CDU mit 35 Prozent ausstatten, die SPD käme auf 28 Prozent. Die Landtagswahl profitiert zudem davon, dass sie zeitgleich mit der Bundestagswahl stattfindet. Drei Viertel aller Wahlberechtigten geben an, an die Urne gehen zu wollen.
Von Curd Tönnemann
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