Überraschende Wende im Planungsprozess für ein Laufwasserkraftwerk in Geesthacht: Jetzt will der schwedische Energiekonzern Vattenfall (auf Deutsch: Wasserfall) das ökologisch sinnvolle Kraftwerk am Elbufer bauen. Dabei soll das Gefälle, das das Stauwehr im Verlauf der Elbe bietet, als Antrieb für ein modernes Laufwasserkraftwerk genutzt werden. Das Laufrad treibt durch seine Drehbewegungen einen Generator an, der dadurch Strom erzeugt.
50 Jahre blieb diese Möglichkeit ungenutzt. Angesichts steigender Energiepreise und neuer Förderprogramme für den Klimaschutz scheint die Zeit jetzt reif für das Projekt. Karl-Heinz Siekhaus, der Geschäftsführer der Stadtwerke Geesthacht, hatte das Projekt entwickelt und beim Kreis bereits die Anträge zur Eröffnung eines Planfeststellungsverfahrens eingereicht. Hintergrund: Bisher hatte der Energiekonzern Vattenfall seine nach der Übernahme der Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW) erworbene Option zum Bau des Wasserkraftwerkes – das Stauwehr ist seit dem Bau in den 50er Jahren dafür ausgelegt – nicht genutzt.
Der Energieriese will jetzt aber an der Geesthachter Staustufe der Elbe selbst ein kleines Laufwasserkraftwerk bauen. „In diesem Jahr werden die Pläne fertiggestellt“, berichtet Vattenfall-Sprecherin Sabine Neumann. Nach der erwarteten Genehmigung könnte 2010 mit dem Bau begonnen werden. „Wer das Kraftwerk baut, ist in erster Linie egal. Wichtig ist doch nur, dass diese Chance der Energieerzeugung genutzt wird“, sagt Karsten Steffen, der Fraktionschef der Geesthachter CDU. Seine Partei hatte das Projekt angeschoben.
Mit Vattenfalls konkreten Bauabsichten bekommt der Bau neuen Schub. Auch die Stadtwerke sind jetzt mit im Boot. „Wir führen mit Vattenfall sehr positive Gespräche und haben eine tolle Basis“, sagt Siekhaus. Vattenfall wird am Stauwehr ohnehin eine Baumaßnahme beginnen, und zwar für eine Fischwechselanlage auf der Nordseite der Elbe als Ausgleichsmaßnahme für das geplante Moorburger Kohlekraftwerk. Beides ließe sich baulich miteinander verbinden. Aus Sorge, dass mit der Fischtreppe der Bau eines Kraftwerks blockiert wird, hatte die Stadt Geesthacht 2007 eigene Planungen gestartet. „Wir werden eine Feinabstimmung aufstellen“, sagt Siekhaus. Er hatte schon den Bremer Wasserkraftwerksbauer Tandem mit einbezogen, so dass das Know How vorhanden ist. Und Vattenfall betreibt in Schweden bereits mehrere Wasserkraftwerke.
Conrad Schmidt schrieb am 18.06.2008 08:47:
Nein, zur Fischschredderanlage Ein Wasserkraftwerk würde nicht nur das Ende der Wiederansiedlung des Lachses sondern auch die Ausrottung des Aales bedeuten. Für geringe 15 MW Strom dies entspricht der Leistung von drei Windrädern würden über 90 der Elbe biologisch abgetrennt werden. Da es einen effektiven Fischschutz bei Wasserkraftwerken nicht gibt, darf es keine Genehmigung geben.
Rainer Schmidt schrieb am 03.07.2008 00:18:
Dieses Gerücht hält sich leider genauso hartnäckig wie das Gerücht, dass Windanlagen Vogelschredderanlagen wäre. Beides entbehrt jeglicher wissenschaftlicher Grundlage. Schauen Sie sich doch die nächste Wasserkraftanlage am Rhein oder an der Weser an der Sie vorbeikommen mal an. Bestimmt gibt es nach der Besichtigung noch eine leckere Fischverkostung. In kleinen Häppchen. Frisch aus dem Schredder.
Conrad Schmidt schrieb am 11.08.2008 08:16:
Zu Richtigstellung: Selbst ein sogenannter Langsamläufer Kaplan-Turbine erreicht an den Rotorblättern eine Geschwindigkeit von 80 km/h. Wenn nicht bereits durch den Grobrechen geschädigt, überlebt dies kaum ein Fisch.
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