ln-online/lokales vom 25.06.2008 11:33
Irre: Julia Görges aus Oldesloe siegt mit Marathon-Match in Wimbledon!
Riesenerfolg für die Debütantin: Julia Görges aus Bad Oldesloe, LN-Sportlerin des Jahres, hat in Wimbledon in einem denkwürdigen Match die zweite Runde erreicht. Foto: DPA
Ein Jubelschrei ging über Platz 16. Julia Görges, Nummer 101 der Weltrangliste und LN-Sportlerin des Jahres, besiegte in einem Marathon-Match die gesetzte Slowenin Katarina Srebotnik 4:6, 7:6 und – 16:14! Genau 3:40 Stunden kämpften die beiden Tennisspielerinnen. Nur fünf Minuten fehlten zur längsten Frauen-Partie der Wimbledon-Geschichte.
Die 19-Jährige feierte damit ihren ersten Triumph im Hauptfeld eines Grand Slam Turniers. „Am Ende habe ich nur noch wie in Trance gespielt“, strahlte eine müde Bad Oldesloerin, die für den Zweitbundesligisten TC Rot-Weiß Wahlstedt aufschlägt. In der zweiten Runde trifft sie morgen auf Marina Erakovic. „Wer die Nummer 23 schlägt, kann auch gegen die Neuseeländerin gewinnen. Ich blicke dem Spiel positiv entgegen“, sagte Görges-Trainer Björn Jacob. „Wie Jule gegen Srebotnik einige Krisensituationen auf dem Platz gemeistert hat, ist aller Ehren wert. Sie hat immer wieder zurück geschlagen. Das zeigt ihre mentale Stärke.“
Im zweiten Durchgang hatte Görges vor dem Satzausgleich drei Matchbälle abgewehrt. Der letzte Satz aber war an Dramatik nicht mehr zu überbieten. Görges vergab mindestens ein halbes Dutzend Siegpunkte. Break, Rebreak, Break – so ging es hin und her. Breaks zum 8:7, 12:11, 13:12, 14:13 reichten nicht, die Slowenin holte sich immer wieder den Aufschlag zurück. Aber dann klappte es doch. Break zum 15:14 – nach dem 16:14 brach endlich der große Jubel heraus. „Das ist super. Damit hatte doch kaum einer gerechnet“, freute sich Maik Schürbesmann, Trainer des Lübeckers Tobias Kamke, der am Vortag in Runde eins ausgeschieden war.
Auf der Klubanlage in Wahlstedt verfolgten Wirt Toni und einige Gäste vor dem Internet das Duell. „Dem deutschen Tennissport tut so ein Erfolg gut“, meinte Trainer Joachim Jakstat, der einige Wahlstedter bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Ludwigshafen betreut. „Hier sprach sich Julias Erfolg wie ein Lauffeuer herum.“ Auf Dienstreise in Bayern erfuhr Dr. Frank Intert von den LN vom Görges-Triumph. „Das ist ja unglaublich. Eine tolle Leistung“, jubelte Wahlstedts „Macher“.
Eine weitere Überraschung gelang Benjamin Becker, der den Weltranglisten-Vierten Nikolai Dawidenko aus Russland 6:4, 6:4, 6:4 ausschaltete. „Das muss ich erst einmal realisieren“, fand der neue BB. Ohne große Mühe kamen aus deutscher Sicht Nicolas Kiefer (6:1, 7:5, 6:3 gegen den Franzosen Julien Benneteau) und Tommy Haas (3:6, 6:4, 6:4, 6:4 gegen den Argentinier Guillermo Canas) weiter. Knapp an einer Sensation schrammte Andreas Beck, vergangenes Jahr Sieger beim Future-Wahlstedt, vorbei. Der Stuttgarter unterlag Rafael Nadal 4:6, 4:6, 6:7. PWD
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