ln-online/lokales vom 26.06.2008 00:00
Heute Görges’ zweiter Sieg?
Return Julia Görges: Die Oldesloerin hofft gegen Marina Erakovic auf einen neuen Coup. Foto: DPA
Ihre Homepage quillt über. „Wahnsinnsmatch, ganz große Klasse“, schrieb Christian. „Eine unglaubliche Leistung. Was für ein Match“, gratulierte Grey. Tobias staunte: „Das ist echt Champions-Niveau. Good luck für die nächste(n) Runde(n)!“ Und R. Getti freute sich: „Die letzte verbliebene Deutsche kommt aus Schleswig-Holstein. Du bist eine von uns, und darauf sind wir stolz!“
Für Julia Görges könnte Wimbledon zu einem Tennis-Sommermärchen werden. Nach dem Marathon-Sieg gegen die an Nummer 23 gesetzte Slowenin Katarina Srebotnik (4:6, 7:6, 16:14 in 3:40 Stunden) kullerten der Bad Oldesloerin Freudentränen über die Wangen, sie umarmte ihren Trainer Björn Jacob und ihre Eltern. „Dieser Sieg ist der schönste meiner Karriere. Zum Schluss habe ich nur noch gefleht: Hoffentlich hilft mir irgendjemand.“
Hier gibt's einen kleinen Filmbeitrag der BBC von Julias Jubel nach dem Sieg!
Als am Abend in der BBC-Sendung „Today in Wimbledon“ die dramatischen Bilder von Außenplatz 16 zu sehen waren, hielt es sogar Talkgast Boris Becker nicht mehr auf dem Sitz. Der dreimalige Wimbledon-Champion jubelte mit und staunte: „Schau an, diese Deutschen. Hut ab, das war ein erstaunliches Spiel und ein toller Kampfgeist.“
Das Match hatte Görges allerdings total ausgelaugt. Aber selbst den Akku nachladen, ging nicht. Erst nachts war sie in der Lage eine Riesenportion Tortellini zu verputzen, an Schlafen war aber nicht zu denken. „Ich war einfach zu aufgewühlt“, erzählte die 19-Jährige, die mit diesem Sieg von Rang 102 auf 80 vorgerückt sein dürfte. Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner traut ihr noch mehr zu: „Jule hat das Niveau, ganz vorne mitzuspielen. Sie besitzt ein druckvolles Grundlinienspiel und einen guten Aufschlag. Sie ist nicht weit weg von den Spielerinnen, die hinter der absoluten Weltspitze stehen.“
Gestern war für die Zweitbundesliga-Spielerin vom TC Rot-Weiß Wahlstedt Regeneration angesagt. Ausspannen und Pflege. Heute heißt die Gegnerin Marina Erakovic aus Neuseeland, Nummer 53 der Weltrangliste. „Ich versuche, wieder mein bestes Tennis zu spielen. Vor vier Jahren habe ich einmal im Doppel auf Rasen gegen sie gespielt. Mal sehen, wie es läuft. Mein Trainer traut mir jedenfalls einen Sieg zu. Vielleicht klappt es“, hofft Görges auf die Fortsetzung ihres Sommermärchens in Wimbledon.
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