Die Fahrbibliothek soll laut einem Kreistagsbeschluss eingestellt werden. Spätestens wenn der TÜV dem 16 Jahre alten umgebauten Volvo seinen Segen vorenthält, ist Schluss. Die 26 000 Euro, die die Kreisverwaltung in diesem Jahr zuschießt, könnte sie dann sparen .
Doch der Kreisausschuss für Bildung und Kultur zieht die Notbremse. Er ist strikt gegen die Stillegung des Bücherbusses. „Wie geht es dann weiter? Um die Versorgung mit Medien auf dem flachen Land zu gewährleisten, müssten mindestens zwei stationäre Bibliotheken aufgebaut werden. Das würde mit Anschubfinanzierung, Personalkosten und Sachmitteln wesentlich mehr kosten“, schätzten sowohl Ausschussvorsitzender Dennis Klüver, als auch die Mitglieder des Ausschusses. Dass der Bedarf an Büchern, Spielen, Musik und Filmen da ist, machten Bürgermeister wie Jürgen Haupt aus Dechow und Volker Schubert aus Badow auf der Ausschusssitzung im Gadebuscher Gymnasium deutlich. Sie waren eingeladen, um die Meinung der Gemeinden darzustellen. „Bei uns stehen die Kinder Schlange wenn der Bus hält“, sagte Haupt. „Wieder eine politische Entscheidung, die den ländlichen Raum weiter ausbluten lässt“, setzte Schubert nach.
Noch fährt der Bus 48 Haltepunkte in 21 Gemeinden an, überwiegend im Altkreis Gadebusch. Jede dieser Gemeinden bezahlt eine Pro-Kopf-Pauschale für ihre Einwohner von 2,04 Euro zur Finanzierung des Busses. Elf Gemeinden war das zu viel für ihre Haushaltskasse. Sie sind seit 2004 abgesprungen. In Demern finanziert seitdem ein Förderverein die Besuche des Bücherbusses. Doch obwohl die Anzahl derjenigen, die sich Medien ausleihen, durch den Absprung der Gemeinden auf 975 zurückging, ist die Zahl der Ausleihen mit circa 45 000 ziemlich konstant geblieben.
„Wir haben den Auftrag, ein Konzept für die Bibliotheksversorgung im ganzen Landkreis zu erstellen. Da gehört eine objektive Betrachtung der Fahrbibliothek dazu“, sagte Klüver. Der Leiter des Kreismedienzentrums, Uwe Schnabel hält sie für „die effektivste Versorgungsart im ländlichen Raum mit kleinen Dörfern“.
Falls der Kreistag beschließt, sich in Anbetracht der angespannten Haushaltslage ganz von seiner Fahrbücherei zu verabschieden, könnten auch die Bibliotheken in Grevesmühlen, Klütz, Boltenhagen, Dassow, Schönberg, Gadebusch und Rehna, sowie der Bibliotheksverein nicht mehr auf Geld vom Kreis zählen. Damit klar wird, um welche Summen und Strukturen es geht, hat der Ausschuss der Verwaltung Hausaufgaben erteilt. Sie muss darlegen, was sie für Bibliotheken und Medien ausgibt, damit der Ausschuss und der Kreistag noch einmal diskutieren können.
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