Die EU sieht Cluster als Hauptmotor der Wirtschaftsentwicklung. Derzeit gibt es etwa 2000 Modelle. Wismar hat sich als größtes Holzumschlags- und Verarbeitungszentrum in Norddeutschland als Holzcluster Nord (HNC) etabliert. Wie der weitere Ausbau möglich sein könnte, damit haben sich Fachleute und Wissenschaftler drei Jahre befasst. Die Initiative ging von der WWG aus, die auch die Koordination übernahm. Denn fast alle 280 WWG-Mitglieder sind als direkte Holzverarbeiter, Zulieferer, Spediteure, Einzelhändler, Handwerker oder auch als Gastronomen am Cluster beteiligt.
Geht in diesem Getriebe aber eines der wichtigsten Räder kaputt – wie jetzt mit der sechsmonatigen Kurzarbeit Null des KNT-Sägewerkes –, schlägt der wirtschaftswichtige Synergieeffekt brutal ins Gegenteil um. „Das ist in der Tat schmerzlich“, bekennt WWG-Geschäftsführer Peter Manthey mit Bedauern. Und zwar ungeachtet der zahlreichen guten und wichtigen Ergebnisse, die die Abschlusskonferenz nach drei Jahren praktischer Untersuchungen an Detailergebnissen lieferte. Sie reichen von Bildungsangeboten wie „Der Wald als grünes Klassenzimmer“ über Logistik bis zum nachhaltigen Ressourcen-Management.
„Das Sägewerk ist das Rückgrad und Fundament für alle anderen, die dadurch angezogen wurden, um die Holzindustrie weiter aufzubauen. Wenn da plötzlich was wegbricht, haben wir ein Riesenproblem, das sich weder wirtschaftlich, noch politisch ignorieren lässt“, so Manthey. Der plädiert dafür, um den Erhalt der Produktionsstätte zu kämpfen. Wismars Senator für Bauwesen und kommunale Betriebe, Michael Berkhahn, ging ebenfalls auf das Thema ein. Auch er hatte kein Konzept, wie es weitergehen könnte. Berkhahn machte aber deutlich, dass es wichtig sei, die Projektstudien ins Holzcluster aufzunehmen, um schwierige Situationen besser zu meistern.
Wie kompliziert die Lage auf dem Finanzsektor im Augenblick ist, erklärte der Projektbeirat der Tagung, Rolf Eggert. Als Präsident der Hamburger Landeszentralbank ist er auch für Mecklenburg Vorpommern zuständig. „Das Misstrauen ist derzeit so groß, dass sich die Banken gegenseitig kein Geld mehr geben, und die ganze Liquidität in den eigenen Häusern behalten.“ Im Holzcluster Nord sah er jedoch langfristig und nachhaltig als positives Zeichen. Laut aktueller Statistik können in Mecklenburg-Vorpommern jährlich 3,6 Millionen Festmeter Holz verarbeitet werden. 15 000 Menschen sind mit der Verarbeitung beschäftigt – und der Jahresumsatz beträgt 1,7 Milliarden Euro.
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