ln-online/lokales vom 11.11.2008 15:35
Helle Aufregung in Pönitz: Flammen in der Fahrbücherei
Und plötzlich qualmte die Fahrbücherei: Ein Schwelbrand im Fahrzeug sorgte für Aufregung in Pönitz. Foto: Modrow
Der Zwischenfall ereignete sich in der Lindenstraße in Pönitz: „Wir hatten gerade unsere erste Haltestelle angefahren, da stank es plötzlich nach schmorgelnder Elektronik. Augenblicke später war plötzlich überall beißender Qualm.“ Sibylle Luptovits ist der Schock auch eine Stunde nach dem Schwelbrand in der Fahrbücherei des Kreises Ostholstein noch deutlich anzusehen. „Ich hatte plötzlich die Bilder des schrecklichen Busbrandes in Niedersachsen vor Augen“, sagt die 31-Jährige.
Anzeichen für die defekte Elektrik habe es vor dem Feuer nicht gegeben: „Die Anfahrt war ganz normal. Alles war wie immer“, sagt die Bibliothekarin. Auch Fahrer Volker Andresen, seit drei Jahren fast jeden Tag mit dem Volvo-Gefährt auf Ostholsteins Straßen unterwegs, war nichts Verdächtiges aufgefallen. Kurz nach halb elf erreicht der Bücherbus sein erstes Ziel: In Höhe der „Bäckerei Brede“ in Pönitz warten bereits die ersten beiden Kundinnen auf die Fahrbücherei, wollen Zeitschriften und Romane abgeben, neue ausleihen. „Kaum hatten die beiden den Bus verlassen, ging es los“, sagt Luptovits. Die Leiterin der Fahrbücherei bekommt Angst: „Ich bin schreiend aus dem Bus gelaufen.“
Fahrer Andresen hält die Luft an, tastet sich durch den Rauch vor zur Hauptsicherung des Busses. „Ich habe den Schalter gezogen, nach unseren persönlichen Sachen gegriffen und bin raus“, sagt der 36-Jährige. Anschließend habe er Feuerwehr und Polizei verständigt. Doch offenkundig hat der Mitarbeiter die Gefahr bereits selbst gebannt. „Da zog für einige Augenblicke richtig schwarzer Rauch aus der Tür. Es roch ganz furchtbar, dann war Schluss“, berichtet ein Augenzeuge. Dennoch werden Kunden weggeschickt, stattdessen ein Abschleppunternehmen gerufen. Andresen versucht mit einer Taschenlampe die Ursache zu finden - vergeblich. Auch Experten können zunächst nicht erkennen, was passiert ist. Das müssen nun Sachverständige klären. Allerdings liegt der Verdacht nah, dass Materialschwäche verantwortlich für den Schwelbrand ist: Das Fahrzeug ist über 15 Jahre alt, ist mehr als 215 000 Kilometer gelaufen.
Wie es jetzt weitergeht, ist unklar: Alle geplanten Termine in dieser Woche sind zunächst abgesagt worden.
In den letzten 7 Tagen schon 2 mal gelesen - zuletzt am 13.03.2010 um 14:16.
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