Wie berichtet, hat die Agentur für das RTL-Boulevardmagazin „Explosiv“ einen Beitrag über Brandschutzmängel in Ferienunterkünften gedreht, der am vergangenen Sonnabend gezeigt wurde. Bis kurz vor der Sendung hat Tourismuschef Christian Jaletzke versucht, die Ausstrahlung zu verhindern – vergeblich. Groß ist die Empörung am Ort über das, was Pictureport gesendet hat. Zumal die Mitarbeiter der Agentur in den Hotels offenbar nicht gerade guten Stil gezeigt haben. „Alle sind sehr stinkig darüber, wie das Team vorgegangen ist“, sagte Jaletzke gestern. So sei den Hoteliers vorgegaukelt worden, dass ein allgemeiner Beitrag zum Tourismus gedreht werden solle.
Das bestätigte die Geschäftsführerin des Best Western Hotel Yachtclub, Heike Stahlberg. Das Filmteam habe sich durch einen Hintereingang ’reingeschmuggelt, sei nicht zur Rezeption, sondern gleich in die Hotelflure gegangen. „Sie können jetzt nicht in ihre Zimmer, wir drehen“, sollen die Pictureport-Mitarbeiter zu einigen Gästen gesagt haben. „Sie kamen überfallartig auf mich zu und haben trotz Bitten nicht einmal die Kamera ausgeschaltet“, schilderte Heike Stahlberg. Sie bezweifelt, dass der vom Filmteam mitgebrachte angebliche Brandschutzexperte ein Fachmann gewesen sei. „Er hat sich nicht ausgewiesen. Wie will er in fünf Minuten Brandschutzmängel feststellen?“, fragte sie. Und hielt fest, dass der Tüv im März vergangenen Jahres die Technik des Hauses überprüft habe und verschiedene kleine Mängel beseitigt worden seien. Die empörte Geschäftsfrau hat zwei Tage nach dem Dreh dem Sender per Fax eine Schadensersatzklage angedroht und erreicht, dass die Szenen aus ihrem Haus in der Sendung „Explosiv“ nicht gezeigt wurden.
Peter Wünsche vom Strandhotel Miramar hat schon vor der Ausstrahlung des Beitrags Anzeige wegen Hausfriedensbruch erstattet, will aber auch gegen Inhalte der Berichterstattung klagen. Beispielsweise sei nicht erwähnt worden, dass es in dem Hotel die feuerbeständige Tür F90 gebe. Wünsche listet eine Reihe von Verstößen auf: Das Team habe sich keine Drehgenehmigung eingeholt, die Kamera trotz Aufforderung nicht ausgeschaltet, sich illegal Zugang zum Hotel verschafft und sich auch nicht zu erkennen gegeben. „Wir haben erst später erfahren, welche Produktionsfirma das war“, kritisierte er.
Der Kölner Privatsender weist die Vorwürfe zurück und erwägt ebenfalls den Rechtsweg. „Unsere Juristen schätzen die Situation ganz anders ein“, erklärte Sprecherin Heike Schultz auf Nachfrage. Es liege kein Hausfriedensbruch vor, auch sei das Drehteam nicht illegal in das Hotel hineingegangen. Es habe in einem Fall den Seiten-, in einem weiteren Fall den Haupteingang benutzt. „Es hat sich zu erkennen gegeben und wurde von einem Brandschutzsachverständigen begleitet“, sagte die Sprecherin. Das Rohmaterial habe gezeigt, dass gegen Brandschutzbestimmungen verstoßen worden sei. Entscheidend sei jedoch, dass der Beitrag keine Rückschlüsse auf das jeweilige Hotel zulasse. urs
Ulli schrieb am 21.07.2009 13:37:
Ist schade, wenn man Kritik nicht vertragen kann Ich sehe gerade den Bericht bei RTL und bin erschüttert Klagt nur, gegen die Wahrheit kommt Ihr nicht an
G. de Raay schrieb am 21.07.2009 13:51:
Ich bin selber Urlauber an der Ostsee.Ich finde die Öffentlichkeit muß darüber Bescheid wissen,weil viele Urlauber für Ihr Geld betrogen werden.Wenn ein Hotel nichts zu verbergen hat,brauch es sich auch nicht so aufregen darüber.Wenn alles in Ordnung ist,ist es sogar noch Werbung fürs Hotel,dann regt sich keiner darüber auf.Sicherheit ist das Wichtigte was es gibt.
Heiner schrieb am 21.07.2009 18:42:
Hallo, wo kann ich mir den besagten bericht nochmal anschauen?
Vielen Dank
Michel schrieb am 21.07.2009 20:52:
Ein Fernsehteam darf nicht einfach in Geschäftsräume marschieren und dort Aufnahmen machen. Aber wie RA Markus Kompa in seinem Blog schildert, ist RTL da wohl recht schmerzfrei:
http://www.kanzleikompa.de/2009/07/21/versteckte-kamera/
Mirko schrieb am 22.07.2009 11:27:
Für den Tourismus wäre es von Vorteil gewesen, wenn man einfach gesagt hätte:
Ok, es hat Fehler gegeben, man beseitigt sie
zum Wohle der Gäste.
zur Info:Der Brandschutzexperte ist bundesweit anerkannt.
Vielleicht könnte er
beim nächsten Besuch in Tdf.Strd. öffentl. Gebäude, wie Jugendtreff und Realschule begutachten.
Balu schrieb am 04.08.2009 13:38:
RTL Tester, Imbißtester und dieser uminöse Eistester sind nur Quotensauger die mit unlauteren Vergleichen die Wichtigkeit der Sender als Entscheidungshilfe für den Bürger vorgaukeln. Da sollte doch einfach jemand die Wiederholungsrate der Sender unter die Lupe nehmen. Einige Folgen von gewissen Serien kann man bereits fehlerfrei mitsprechen so oft wurden die binnen kurzer Zeit wiederholt.
Sven schrieb am 25.09.2009 15:27:
...Persönliche Meinung da mit rein bringen, beste Beispiel im Privathaus vorgeschrieben alle 25m nen Rauchmelder wenn nun nen Experte sacht das ist nicht ausreichend er möchte alle 20 m kann da keiner was für...
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