Bei vielen Hundehaltern in Timmendorfer Strand ist die Angst vor möglichen Giftködern zurzeit das beherrschende Thema. Nach dem vergifteten Beagle aus Haffkrug, der Anfang Juni – wie berichtet – verendete, nachdem er mit Zyankali versetzte Frikadellen gefressen hatte, starb vor etwa zwei Wochen ein Cocker in Timmendorfer Strand an einer E 605- Vergiftung.
Eine der alarmierten Hundehalterinnen ist Dagmar Herde. Sie hörte in Gesprächen mit anderen Timmendorfern sogar von fünf Hunden, die mittlerweile vergiftet worden sein sollen. „Viele sind in großer Sorge. Wo kann man denn mit den Hunden spazieren gehen? Jetzt ist es noch hell, doch es kommt die dunkle Jahreszeit . . .“ Sie werde dann nur noch mit Taschenlampe den Kurpark aufsuchen und ihre Cairn-Terrier-Hündin „Lizi“ an der kurzen Leine führen. Wer die Hinweis-Zettel auf die „Vergiftungsgefahr“ an die Bäume im Kurpark gepinnt habe, wisse sie nicht.
Auch die Polizei hat jetzt erst von diesen öffentlichen Warnungen erfahren. Polizeipressesprecher Detlef Riedel betont, dass es keinerlei Hinweise gebe, die auf einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Haffkruger und dem Timmendorfer Fall schließen lassen. „Der Cocker starb an einer E 605-Vergiftung. Der Mageninhalt des Tieres wurde untersucht und nichts gefunden. Anders als der Beagle hatte der Cocker aber offenbar nichts Bestimmtes gefressen.“ Lediglich ein Stückchen Alufolie und Blätter habe man im Magen des Tieres gefunden. Offenbar sei der Hund beim Umherschnuppern mit dem hochgiftigen und seit 2002 verbotenen Insektizid in Berührung gekommen. Die Besitzerin sei mit dem Cocker noch zum Tierarzt gefahren, doch dem Vierbeiner war nicht mehr zu helfen.
Detlef Riedel warnt vor der Gerüchteküche, die nur noch mehr Ängste schüre. „Wer etwas Konkretes weiß, soll sich an die zuständige Polizei in Timmendorfer Strand wenden. Dort bearbeitet ein Kollege extra diese Fälle.“ Von anderen als den beiden vergifteten Hunden hat die Polizei keine Kenntnis. Das gilt auch für die Tierärzte: „Gott sei Dank sind bislang keine weiteren Vergiftungsfälle bekannt geworden“, bestätigen Sabine Wanderburg aus Scharbeutz – sie untersuchte den Beagle – und Dr. Christoph Schubert (Timmendorf), der den Cocker obduzierte.
„Vorsicht ist sicher angebracht, aber keine Panik“, betont Detlef Riedel. „Es schadet nichts, wenn man aufpasst.“ Auch sei es wichtig, Hunde so zu trainieren, dass sie nichts von Fremden annehmen und ausschließlich das fressen, was ihnen von ihrem Besitzer gegeben wird. „Das kann man auch in Hundeschulen trainieren.“
Rolf Lehmann schrieb am 18.09.2009 09:43:
Nichts, aber auch wirklich nichts gerechtfertigt die "Vergiftung von Hunden". Vielleicht wollte der/die "Täterin" nur erreichen, dass Hunde angeleint werden. Eventuell hatte er oder sie ein besonders schlechtes Erlebnis mit freilaufenden Hunden?
Dies sollten die Hundebesitzer mal bedenken.
Sabine schrieb am 30.12.2009 20:37:
Auf meiner Suche nach Giften besonders E605 aufgrund der Vergiftung einer unserer Hunde und vermutlich eines Schafes, bin ich auf diesen Artikel gestoßen.
Niemand hat das Recht einem anderen Lebewesen soetwas anzutun, egal was seine Beweggründe sein mögen
Bzgl. des Kommentars davor: Wer sich so wehrt, hat kein Rückgrad
Ähnliche Meldungen im Archiv suchen 
Nach Stichwörtern:
Timmendorfer
Kurpark
Hundemörder
Aus dem gleichen Land (DEU)
Weitere Meldungen aus
Ostholstein
|
||||||||||||||||||













