Der Handel türkischer Imbisse mit illegalen Getränkedosen geht unvermindert weiter. Drei Wochen, nachdem die Lübecker Nachrichten über Coladosen ohne das gesetzlich vorgeschriebene Pfandlogo und entsprechende Rücknahme umfassend berichteten, stehen die eigentlich für den Export bestimmten Dosen weiterhin in Dönerbuden und türkischen Lebensmittelgeschäften in Lauenburg, Schwarzenbek, Mölln, Ratzeburg und Geesthacht. Sogar in Lübeck werden pfandfreie Dosen in Imbissen mit top Lage verkauft. Die Betriebe können die Exportdosen wegen der fehlenden Abgaben für das Pfandsystem deutlich günstiger einkaufen als die Konkurrenz, die Dosen mit dem vorgeschriebenen Pfandlogo verkaufen. Außerdem sind die pfandfreien Dosen im Endpreis mindestens 25 Cent günstiger als die mit Pfandabgabe.
Obwohl den zuständigen Ämtern die mit Exportorten handelnden Gastronomiebetriebe teilweise namentlich bekannt sind, hat kein Ordnungsamt bislang eingegriffen.„Wir befinden uns in der Abstimmung mit dem Kreis, um eine einheitliche kreisweite Regelung zu finden“, versucht sich Mölln Ordnungsamtsleiter Thorsten Wendtland herauszureden. Allerdings bestand diese „Abstimmung“ bislang offensichtlich aus einen einzigen kurzen Anruf. „Es hat eine Anfrage gegeben. Allerdings auch nur von einem Ordnungsamt“, bestätigt Kreissprecher Karsten Steffen. Entsprechend sauer ist Günther Heiligenstühler, Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes. Nur mit Mühe kann er seinen Unmut zurückhalten. „Mir fällt dazu nichts mehr ein“, so Heiligenstühler. „Ich bin sehr oft kontrolliert worden. Warum gerade hier die Augen zugedrückt werden, ist für uns als Verband unverständlich“, sagt Heiligenstühler, der in seiner langjährigen Tätigkeit auch verschiedene Imbisse betrieben hat. Zuvor hatte Heiligenstühler bereits Strafen und nicht nur Verwarnungen gefordert. Der Bürger könne sich schließlich auch nicht um Strafzettel beim Falschparken drücken.
Die deutsche Umwelthilfe geht davon aus, dass pro Jahr „zig Millionen“ ausschließlich für den Export bestimmte pfandfreie Dosen über die Tresen vornehmlich türkischer Döner-Imbisse in ganz Deutschland wandern. Nach Berichten von Imbissbetreibern gibt es allein in Hamburg drei oder vier türkische Großhändler, die die Imbissbetriebe mit den pfandfreien Dosen beliefern. Nachdem die LN gestern beim Kreis nachgefragt hatten, kündigte Steffen für heute erste Ergebnisse zur Zuständigkeit an. Während im Kreis der Handel mit den Exportdosen vorerst unvermindert weitergeht, sind in einigen Bezirken Hamburgs die Dosen nach Einschreiten der Ordnungsämter aus den Regalen verschwunden.
Kieler schrieb am 19.11.2009 10:00:
Für Kiel kann bestätigt werden, daß in hiesiege Dönerläden seit Einführung des Dosenpfandes, die meisten Bierdosensorten, ohne Pfandlogo verkauft werden. Selbstredend wird auch Döner vom Vortage verkauft, was nicht zulässig ist. Die Behörden müssen davon wissen, schauen aber weg.
MegaHertz schrieb am 19.11.2009 21:01:
Da muß man sofort etwas gegen unternehmen, denn nicht jeder kann dänisch. Ich habe bei einem Imbiss dänische Dosen gesehen.
So können die Kunden ja gar nicht lesen, wie viel ungesunder Zucker in der Dose drin ist
Hassan Kal schrieb am 22.11.2009 02:17:
@Kieler
Absolut zutreffend Offensichtich gilt die Hackfleischverordnung nur für deutsche Imbisse...
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