Bis jetzt ist das Parken in Bad Segeberg eine höchst komfortable Angelegenheit. Auf der Backofenwiese und am Bahnhof kann man seinen Untersatz abstellen, ohne ans Bezahlen zu denken. Ansonsten reichen oft Parkscheibe oder auch „Brötchentaste“ am Parkautomat aus, um Einkäufe sorglos zu erledigen. Doch damit könnte bald Schluss sein. Denn Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) erklärte kürzlich bei einer Infoveranstaltung im Rathaus, dass bei einem Parkhaus-Neubau am Landratspark auch das gesamte Parkbewirtschaftungskonzept auf den Prüfstand komme. Im Klartext: Kein Unternehmer nimmt Millionen in die Hand, um ein neues Parkhaus zu bauen, wenn er befürchten muss, dass ihm durch „Kostnix-Parkplätze“ in der Umgebung Konkurrenz entsteht. Schönfeld sieht deshalb eine „Bestandsgefährdung“ der Brötchentaste. „Diese Bad Segeberger Sonderregelung wird wohl fallen.“
Tatsächlich haben die Lübecker auch eine Brötchentaste, aber eben nur mit zehn Minuten kostenfreier Parkzeit, um ihre Schrippen zu holen. Bad Segeberg spendiert den Innenstadtbesuchern ganze 30 Minuten „Brötchenholzeit“. Die freie halbe Stunde kommt die Stadt übrigens teuer zu stehen. Weil Bad Segeberg hier auf Einnahmen zu Gunsten seiner motorisierten Bürger verzichtet, bekommt die Stadt seit Jahren auch weniger Geld bei den so genannten „Fehlbedarfszuweisungen“ vom Land. Die Stadt verzichte so auf rund 70 000 Euro, rechnete Schönfeld vor.
Die Stadtvertretung hatte den Beschluss gefasst, das Grundstück mit dem maroden Parkhaus, das nur noch bis Oktober 2010 genutzt werden darf, zu verkaufen. Über 1000 Unterschriften waren von einer Bürgerinitiative zum Erhalt des Parkhauses gesammelt worden. Doch ein genossenschaftliches Modell, bei dem sich Bürger beim Parkhaus hätten einkaufen können, scheiterte mangels Beteiligung. Nun soll der Bau der Privatwirtschaft angeboten werden, erklärte Bauamtsleiterin Antje Langethal den Bürgern. Wenn ein Käufer das Parkhaus mit 320 Stellplätzen abreiße und dort etwas Neues baue, müsse er mindestens wieder 200 Parkplätze vorhalten. So die Vorgabe durch die Stadtvertretung.Und die Investoren sind gewieft: Einige möchten am liebsten gleich die gesamte Parkbewirtschaftung der Stadt übernehmen, berichtete Schönfeld. Das heißt, dass es kein freies Parken mehr geben würde.
Auch für Dauerparker wird es teurer: Wer im neuen Parkhaus einen festen Stellplatz kaufen wolle, müsse mit einer Ausgabe von 7000 bis 9000 Euro rechnen. Dauermieter werden dann garantiert mehr als einen Euro pro Tag für ein trockenes Plätzchen für ihr Auto bezahlen müssen. Zurzeit nutzen etwa 150 Dauerparker im städtischen Haus die günstigen Tarife. Die Investoren seien Profis, verriet Schönfeld. „Die beobachten über Wochen das Parkverhalten der Bad Segeberger.“
Wenn man sich mit einem Käufer einigen sollte, rechnet Schönfeld „im allergünstigsten Verlauf“ mit einem Baustart im Herbst 2010. Bauzeit sei ein Jahr, in dem müssten sich die Parkhausnutzer andere Stellplätze suchen. Vielleicht ließe sich noch Zeit gewinnen, wenn man die Nutzung der bröckelnden Betonkonstruktion per Ausnahme um einige weitere Monate verlängern könnte, so Schönfeld. Einen kleinen Trost gab es durch den Statiker: „Es gibt Parkhäuser, die sind noch wesentlich baufälliger.“
Alsterbärchen schrieb am 21.11.2009 12:40:
Dann parke ich eben bei Möbel Kraft, Kostet nix Ein kleiner Spaziergang in die Einkausfmeile geht dann schnell. Von mir bekommt keiner Parkgebühren Lieber kaufe ich dann dort ein, wo kostenlose Parkplätze angeboten werden.
blueprd schrieb am 22.11.2009 15:21:
Na prima, ohne Brötchentaste werde ich meine Einkäufe im Umland bei den Einkaufscentern erledigen. Das ist es doch, was ihr lieben Stadtvertreter doch wollt, gelle? Denn soll es so sein
Mupfel schrieb am 22.11.2009 15:38:
blueprd: Dem kann ich mich nur anschließen...was für ein Desaster für die Kreishauptstadt Peinlich, peinlich
Und schade für die Geschäfte der Innenstadt, mir tun jetzt schon die Leute leid, die deswegen wohl ihren Job verlieren werden Aber egal oder??
Oberlehrer schrieb am 23.11.2009 12:35:
Es ist unglaublich, was sich unsere Hobby-Politiker so alles leisten. Begreift es doch endlich: Wer mit dem Auto einkaufen fährt, kauft dort, wo er kostenlos parken kann Lübeck macht es in der Innenstadt doch vor, wie man es auf keinen Fall nachmachen sollte. Übrigens: über die A20 dauerts 20 Minuten bis zum Citty Park. Dort ist Parken KOSTENLOS. Schönen Tag noch
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