ln-online/lokales vom 27.11.2009 00:00
Goßes Kino in Grabau
Vier Stars: Schloss Grabau, Sebastian Ströbel, der Gonger Dario Stankewitz und Vijessna Ferkic. Fotos: BETTINA ALBROD
Die Fassade bröckelt, die Halle atmet Kälte, die Scheiben sind gesprungen: Schloss Grabau brauchte sich als einziges für seine Rolle in „Gonger II“ nicht zu verkleiden. In seinen ungastlichen Räumen soll sich das Schicksal von Philipp (Sebastian Ströbel) und seinen Freunden entscheiden, die schon einen Spielfilm lang gegen den garstigen Jungen Gonger kämpften. Der will einen nach dem anderen von ihnen beseitigen, seit er vor vielen Jahren als Kind im Watt ertrank. Doch die Wasserleiche lebt, kommt in Teil zwei – Überraschung – zurück und lechzt nach Blut, das dann auch reichlich vergossen wird. Die große Frage: Wie tötet man jemanden, der schon tot ist?
„Ursprung der Filmhandlung ist eine Legende von Sylt“, erzählt Dusko Pupic-Bakrac, der den Schauerfilm gemeinsam mit Valentin Holch produziert. „Demnach kehren im Watt Ertrunkene nach zwei Generationen zurück, um sich den Enkeln zu zeigen, die die Sache aufklären müssen.“ Im wahren Leben geht das schneller, „Gonger II“ kehrt schon nach einem Jahr zurück auf die Mattscheibe und ist auch da nicht totzukriegen. Im Januar 2009 lief „Gonger I“ erfolgreich bei Pro 7 und führt bislang die Quote an. Grund genug, Teil zwei und geplant auch schon Teil drei nachzuschieben.
„Teil zwei spielt fast ausschließlich in den Räumen des Schlosses“, so Valentin Holch, „und er zeigt nur Jugendliche, die hier agieren.“ Kein Bela B. mehr, der in Folge eins als Kommissar dabei war, stattdessen viel Action und Spannung für eine junge Zielgruppe. „Zwei Tage haben wir in Indien gedreht, wo der Protagonist einen Dolch besorgen muss, der alleine den Gonger besiegen kann“, erzählen die Produzenten, „fast alles andere spielt auf Grabau. Der zweite Teil ist außerdem wesentlich brutaler.“ Holch schildert eine Szene, in der ein Hals und ein Messer beteiligt sind und von der man mehr gar nicht wissen will, aber Horror ist das falsche Wort. „Wir drehen Mystery, nicht Horror“, stellt Pupic-Bakrac richtig. „Stimmung und Licht in den Gängen sorgen mit der Kulisse schon für die richtige Atmosphäre.“
Das alles bedient eine feste Klientel, die auch bei Pro 7 versorgt sein will. Die DVD des ersten Teils kommt jetzt für Zuschauer ab 16 in den Handel und ist damit für Dario Stankewitz eigentlich tabu, doch natürlich hat er ihn schon gesehen. Mit elf Jahren spielte er den Gonger I, obwohl er eigentlich nur durchs Bild laufen sollte. „Dario kam zum Casting und wurde als stummer Komparse ausgewählt“, erinnert sich Pupic-Bakrac, „aber als der Regisseur ihn sah, hat er gesagt: ,Das ist der Gonger.’“
Der Tangstedter Gonger ist freundlich und souverän. „Schlecht geträumt habe ich von dem Film noch nie“, sagt er, „obwohl es schon recht gruselig ist. Aber ich bin stolz, eine Hauptrolle zu haben.“ Dario besucht die siebente Klasse, spielt gerne Fußball und Gitarre – und den Gonger. „Dafür werden mir Adern auf die Haut gemalt und die Augen rot gefärbt.“ Als Zweijähriger schon modelte er für den Otto-Katalog, später folgte eine stumme Rolle im „Landarzt“, jetzt ist er der Grabauer Wiedergänger. Philipps Liebste Nummer eins hat er schon im ersten Teil abgemurkst, nun ist er auf Nummer zwei aus (Vijessna Ferkic), doch in den Drehpausen verstehen sich alle prächtig. Darios Mutter ist immer dabei, die Drehzeit beschränkt, aber das Gruseln wohl auch.
„Gonger II – das Böse kehrt zurück“ wird am 25. Januar auf Pro 7 ausgestrahlt, eine Woche vorher läuft noch einmal „Gonger I“.
In den letzten 7 Tagen schon 8 mal gelesen - zuletzt am 29.07.2010 um 10:47.
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