Sex-Wettbewerb im Fernsehen? „Da würde ich nie mitmachen“
„So viel Unverfrorenheit macht sprachlos. Das Konzept ist menschenverachtend“, sagt Irene Johns, Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes in Kiel. Bischöfin Maria Jepsen bezeichnet die Show als abstoßend: „Es ist peinlich, wenn Sender auf diese Weise versuchen wollen, die Einschaltquote zu steigern.“ Der Weihbischof der katholischen Kirche im Norden, Hans-Jochen Jaschke, spricht von billigstem Voyeurismus: „Ich protestiere gegen die Erniedrigung und den Missbrauch menschlicher Gefühle in dieser TV-Show. Hier verkommen Liebe und Sex zu pubertären machohaften Spielchen.“ Das dürfe sich die Gesellschaft nicht bieten lassen. Jaschke: „Was Pro7 plant, grenzt an Kindesmissbrauch. Ich fordere eine massive Abstrafung durch die Aufsichtsgremien.“
Verantwortlich für die Kontrolle von Pro Sieben ist die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB). Dort hat man allerdings keine rechtliche Handhabe: „Wir können Pro7 nicht zwingen, uns die Sendung vorab zu zeigen. Das würde an Zensur grenzen“, sagt Susanne Grams von der MABB. Allein der Sender könne aus eigenen Stücken die „Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen“ bitten, die Sendung vor Ausstrahlung zu beurteilen. Erst nach Ausstrahlung können Medienanstalten Bußgelder verhängen – Strafen, die die Sender häufig erst Jahre später zahlen müssen. „Wir sind von dem neuen Sendekonzept überrascht und appellieren an Pro7, sich der Verantwortung bewusst zu sein, dass der Inhalt zu dieser Sendezeit für Kinder aller Altersgruppen unschädlich sein muss.“
Pro7 versteht die Aufregung um das „Scripted-Reality“-Format, in dem die Akteure nach Drehbuch agieren, nicht: „Da die Sendung zurzeit in München produziert wird, können wir noch nicht viel sagen. Selbstverständlich werden wir uns aber an die Jugendschutzkriterien halten“, beteuert Sprecherin Sandra Scholz. Nur daran haben Medien-Experten berechtigten Zweifel: „Die Thematik ist grenzwertig und klingt wenig seriös“, sagt Wolfgang Bauchowitz, Vize-Chef der Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein. Seiten 2 und 6
Björn Olsen schrieb am 10.12.2009 11:15:
Das Problem ist doch relativ einfach zu lösen. Jeder, der gegen das Programm protestieren will, kauft keines der Produkte, die auf Pro 7 beworben werden. Zugegeben, er muß vielleicht einen Nachmittag opfern, um den Sender eingeschaltet zu lassen. Die Wirkung dürfte durchschlagend sein.
watzlaff schrieb am 10.12.2009 11:51:
Was will man von einem Schrottsender erwarten, der so einen Mist wie z. B. TV Total oder ähnlichen oberflächlichen Dreck sendet, um die allgemeine Volksverblödung voranzutreiben.
jörg schrieb am 10.12.2009 14:34:
wer wundert sich noch darüber daß die kinder immer mehr verblöden, es immer mehr gewalt gibt und die gesellschaft immer mehr verroht, wenn sender wie pro7/sat1, etc kinder und jugendliche nachmittags und am frühen abend mit sex und gewalt zudröhnen, während familienfreundliche sachen wie "nemo", "bärenbrüder", usw erst um 20.15 uhr laufen, wenn grundschüler eigentlich schon ins bett gehören.
Spökenkieker schrieb am 10.12.2009 17:20:
Die Werbe-Sender, also auch pro7,scheren sich mit ihren Programmen keinen Deut darum, dass Kinder eine zweifelhafte oder verblödende Sendung ansehen können.Bis auf einige wenige Spielfilme, die nicht schon die dritte Wiederholung sind, haben sie nichts zu bieten.
SWEngland schrieb am 19.12.2009 09:35:
Wie sehr sich die Herrschaften an die freiwillige Selstkontrolle
halten, kann man ja an den Inhalten der nachmittaglichen Talk-
shows ablesen. Jedem 12,13-jährigem werden dort die gängisten
Sadomaso-Techniken vertraut gemacht. Selbstkontrolle? Das ich
nicht lache-Sex sells
Wir müssen unsere Kinder davor schützen, Sexualität am
extremten Ende zu entdecken und Erniedrigungen zu erleben,
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