Weihnachtspost: Was Sie beachten müssen
Kommentar: Stille Post
Technische Probleme verursachten die Kosten, erklärt Post-Sprecher Martin Grundler. Die Briefe würden im Briefzentrum maschinell gelesen und mit aprikotfarbenen Strichcodes für die Adresse bedruckt. „Die Sortiermaschinen orientieren sich an diesen Codes, und die sind auf einem roten Untergrund nicht lesbar.“ Ähnliche Schwierigkeiten gebe es bei grünen und blauen Umschlägen.
Die Folge: Ein Standardbrief in diesen Farben muss mit 90 statt mit 55 Cent frankiert werden. Wenn nicht, muss im Zweifelsfall der Empfänger Porto nachzahlen – oder die Weihnachtsgrüße landen wieder beim Absender. „Das Risiko besteht durchaus“, räumt Grundler ein. Tatsächlich hat ein Lübecker seine Weihnachtspost zurückbekommen, weil sie in roten Umschlägen steckte.
„Das ist überhaupt nicht kundenfreundlich“, zeigt sich Thorsten Meinicke, Rechtsreferent bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, empört. „Vielleicht rennen jetzt Leute in die Falle und kriegen ihre schöne Weihnachtspost zurück.“ Seiner Einschätzung nach weise die Post nicht ausdrücklich genug auf diese Regelung hin, „das Thema scheint auf der Internet-Seite der Post regelrecht geheim gehalten zu werden. Offenbar glaubt hier ein Monopolist, er kann schalten und walten wie er will“, ärgert sich Meinicke.
Erstaunt ist auch Elmar Müller, Vorsitzender des Postkundenforums. „Von Farbverpflichtungen höre ich zum ersten Mal“, sagt er. „Davon unabhängig ist es aber die Aufgabe der Post, Briefsendungen an den Mann zu bringen.“
Die Verordnung sei nicht neu, so Post-Sprecher Grundler. „Aber in der Vorweihnachtszeit treten die Probleme natürlich gehäuft auf.“ Deswegen werde wohl an den Postschaltern vermehrt darauf hingewiesen. Wer noch keine Schwierigkeiten mit bunter Post zu 55 Cent hatte, habe Glück gehabt, „da hat vielleicht der Sortierer ein Auge zugedrückt“.
Bei farbigen Postkarten können ebenfalls 90 statt der üblichen 45 Cent fällig werden. Wer auf Nummer Sicher gehen will, steckt seine Weihnachtsgrüße besser in einen weißen Umschlag – oder klebt auf den bunten Umschlag einen weißen Streifen für den Strichcode. Und wer Pakete oder Briefe ins Ausland schicken will, sollte sie in den kommenden Tagen aufgeben, wenn sie noch pünktlich zu Weihnachten ankommen sollen.
noch Postkundin schrieb am 12.12.2009 11:04:
Ein Schelm, der böses dabei denkt...
Zum Glück haben die meisten meiner Verwandten und Bekannten mittlerweile eine e-Mail-Adresse. Da kann ich zum Nulltarif farbenfrohe Weihnachtsgrüße verschicken, die auch noch garantiert dann ankommen, wenn ich das will.
Gebhard schrieb am 12.12.2009 12:25:
Komisch Die Strich-Codes können doch auch in schwarz-weiß gedruckt werden, wie im Handel auch.
Aber die "Deutsche" Post war schon immer etwas bekloppt und kundenunfreundlich.
ärgerliche Kundin schrieb am 12.12.2009 13:11:
Wenn ich sehe wie die Zusteller mit meiner Post umgehen bin ich geneigt eher umgekehrt zu denken: ein "Portorückerstattung" für zerrissen und verknittert zugestellte Sendungen zu fordern.
Wolfram Plewa schrieb am 12.12.2009 15:12:
In welchen Allgemeinen Geschäftsbedingungen AGB ist der Aufschlag nachvollziehbar?
Sonja schrieb am 12.12.2009 16:35:
Ich lach mich scheckig.Dazu kann man nicht viel schreiben/sagen.Ist hier irgendwo ne versteckte Kamera?Wieviele Kinder sollen denn jetzt ihre liebevoll gestalltete,bunte Weihnachtspost zurück bekommen,anstatt das sie bei den Oma oder so landet?Dann sollte man das bitte auch richtig bekannt geben,so das es wirklich Jeder mitbekommtdann nich sparsam gucken muss,wenn die Post zurück kommt.LG.
Lübeckerin schrieb am 12.12.2009 16:36:
Die Post selbst bietet in Ihrem Webshop rote Briefumschläge an. Ein Hinweis auf ein möglicherweise erhöhtes Porto sucht man ebenso vergeblich, wie ein weisses Feld.
Ggf. sollte sich die Post vielmehr über die Zustellzeiten und -arten Gedanken machen. Briefe Einschreiben brauchen nicht selten 1 Woche und kommen in unmöglichem Zustand an.
Thomas Meding schrieb am 12.12.2009 16:43:
Wer verschickt denn noch seine Post mit der Deutschen Post? Privatanbieter sind schneller und billiger. Nordbrief nimmt zzt. 40 ct für einen Weihnachtsbrief.
Mit Ihren Regularien will die Post doch nur Ihre Filialprodukte PLUSBRIEF fördern. Post soll sich Beispiel an US-Post nehmen: Dort ist der Strichcode in SCHWARZ aufgedruckt.
Reinhard S. schrieb am 12.12.2009 16:44:
Die POST stellt sich damit wieder mal selber ins Abseits. Zum Glück haben die nicht mehr das Monopol für den Versand von Packeten und Briefen.
Yvonne aus HL schrieb am 12.12.2009 18:02:
Jetzt hört der Spaß aber langsam auf
Vielleicht werden in Zukunft nur noch Briefe mit Schönschrift verschickt ? Oder Absender- und Empfängerdaten werden erst auf Schreibfehler überprüft ?
Die Post treibt es ganz schön bunt mit den bunten Umschlägen...so kommt man auch zu Geld.
Lutz schrieb am 12.12.2009 21:36:
Auch die Post wird eines Tages erkennen müssen, dass sie ein Dienstleistungsanbieter ist und selbst dafür zu sorgen hat, dass sie gute Arbeit leistet. Kundenbedürnisse auf Grund hausgemachter mangelnder Flexibilität zu bestrafen statt ihnen angemessen gerecht zu werden ist erbärmlich und peinlichst unprofessionell. Die fähige Konkurrenz wirds zu Recht freuen.
Jan Krohn schrieb am 12.12.2009 23:28:
Ab 2010 schließen die privaten Postdienste ihre Zustellnetze zusammen. Damit geht bald meine ganze Post generell in die blauen und nicht mehr in die gelben Briefkästen. Ein echter Beschiss ist das mal wieder...
iltis schrieb am 14.12.2009 08:40:
Irgendwann in ferner Zukunft werden die Beamten mit ihrem Beamtenhirn, die bei der Post übriggeblieben sind, ausgestorben sein...
ein schwacher Trost bei solchem Schwachsinn.
Privatanbieter sind die beste Alternative.
Tina schrieb am 14.12.2009 23:28:
heute ist nicht zufällig der 1. April, oder???
fassungslos.
sprachlos.
Jürgen schrieb am 01.01.2010 17:12:
Ich arbeite in einer Postagentur. WAS DER WITZ
IST: Wir Agenturen haben noch immer nichts
schriftliches bekommen. So wissen wir nicht
welche Briefe und Farben betroffen sind.
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