ln-online/lokales vom 16.01.2010 00:00
Schnee statt Samba: Brasilianische Schüler lernen, was Frost ist
Winter macht Spaß, ist aber auch furchtbar kalt: Das finden die Brasilianer (v. li.) Eric, Ricardo, Maria Eugénia, Mariana und Renata, die noch bis Februar zu Gast bei Schülern der Dahlmannschule sind. Foto: DOMANN
Knapp 30 Grad sind es gerade in Sao Paulo in Brasilien, in Bad Segeberg dagegen herrschen frostige Temperaturen. Kein Wunder, dass die fünf brasilianischen Austauschschülerinnen und -schüler, die gegenwärtig die Dahlmannschule besuchen, sich nur langsam an die hiesige Kälte gewöhnen. Und deshalb schauen Maria Eugénia, Mariana, Renata, Eric und Ricardo den Schnee lieber nur an als ihn bei einer Schneeballschlacht zu genießen. Für Maria Eugénia ist es sogar das allererste Mal, dass sie die weiße Pracht erlebt. „Die ist zwar schön, aber vor allem kalt“, sagt sie.
Zwar haben die 15-jährigen Schüler aus dem „Colégio Visconde de Porto Seguro“ sich auf den deutschen Winter vorbereitet und in einem großen Sportgeschäft in Sao Paulo Winterbekleidung wie Jacken, Schals, warme Unterwäsche und sogar eine Schneehose gekauft, dennoch frieren sie hier noch die meiste Zeit.
„Sogar bei uns zu Hause“, erzählen die gastgebenden Schüler. Bei Familie Schmidt in Klein Rönnau ist die Zimmertemperatur extra für Maria Eugénia auf 25 Grad erhöht worden, während Eric sich bei Familie Hahne in Nehms auf Nachtspeicheröfen aufwärme. „Und Mariana trägt häufig Schal und Handschuhe im Zimmer“, sagt Anna-Lena Hartmann aus Bornhöved.
Und so sind Frieren und Zittern dann auch ein Bestandteil der Skizzen, die die deutschen Schüler von ihren Austauschschülern gemalt haben. Denn alle Jugendlichen sollten vor kurzem darstellen, was der Gegenpart denkt, fühlt, gern isst und macht. Zum Beispiel an Brasilien denken, Heimweh haben, mit den Freunden „skypen“, Pizza und Burger essen, shoppen und viel schlafen – denn die Zeitverschiebung haben die jungen Brasilianer auch noch nicht ganz verarbeitet.
Übrigens: Ihren Familien und Freunden in Sao Paulo brauchten die fünf Jugendlichen gar nichts von dem Schnee zu erzählen, die hatten schon in den brasilianischen Nachrichten von dem Schneechaos in Norddeutschland erfahren.
Noch bis Mitte Februar weilen die Austauschschüler in Segeberg, werden sich die Hauptstadt Berlin ansehen, ein Spiel des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV besuchen und weitere Ausflüge unternehmen, um einen Eindruck vom Leben in Deutschland zu gewinnen. Aber diese Erlebnisse können noch so aufregend sein – besonders werden sich die jungen Südamerikaner zu Hause wohl an die Massen von kaltem Schnee erinnern.
In den letzten 7 Tagen schon 6 mal gelesen - zuletzt am 10.03.2010 um 13:25.
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