ln-online/lokales vom 09.02.2010 00:00
Gospel-Star Tyndale Thomas begeisterte in der Kirche
Der international bekannte Gospel-Star Tyndale Thomas aus England brachte den Workshop-Chor dazu, sich so richtig ins Zeug zu legen. Foto: Susanna Fofana
Superstimmung in der Bad Oldesloer Peter-Paul-Kirche. Der Gaststar Tyndale Thomas machte das Publikum zu seinem Zweitchor. Und verwandelte die Oldesloer Kirche buchstäblich in eine „Black Church“. Der echte Chor bestand aus Chorsängern des gesamten Kirchenkreises Plön–Segeberg (zu dem Teile Stormarns gehören), die an einem Gospel-Workshop mit dem Star teilgenommen hatten.
„Wir haben acht Lieder. Das dauert ungefähr eine Stunde“, hatte eine der Chorsängerinnen ihrem Mann erzählt. Dass dann doch zweieinhalb Stunden daraus wurden, lag an dem charismatischen Sänger, der fast jeden Refrain der Songs auch noch mit dem Publikum einstudierte.
Die Besucher waren überrascht. Anstatt sich gemütlich auf den grau gestrichenen Kirchenbänken zurückzulehnen und ein Konzert von dem Profi und den Halbprofis aus dem Altarraum zu genießen, sollten sie plötzlich selbst aktiv werden.
Die Gäste sangen, standen und klatschten mehr – und das überaus willig –, als dass sie saßen. Auch wenn manch Besucher seinem Nachbarn zu Beginn noch ein verwirrtes : „Ich denke, die sollen singen“, mit Blick auf den Chor zuraunte.
Der Star zog nicht nur die 120 Workshop-Sänger in seinen Bann, sondern auch die Besucher, die nun ihrerseits Applaus vom Chor bekamen. „Phantastisch“, lobte Tyndale Thomas und wirkte selbst ganz begeistert von dem Ergebnis in der Oldesloer Konzertkirche.
Mit Applaus hatte das Publikum ihn und Kirchenmusiker Henning Münther begrüßt. Das Publikum solle „a little Mitmachen“, hatte der Star, der schon mit Stevie Wonder gemeinsam auf der Bühne stand, gleich zu Beginn verkündet.
„It’s raining“ hieß der erste Song – und das Publikum probte eifrig den Refrain. Der nächste Titel, „Light a candle in the night“ sei ihm bei einem Besuch in Deutschland eingefallen, verriet der aus Jamaica stammende und in England aufgewachsene Thomas, der der legendären Gospelgruppe „The Challengers“ angehörte und jetzt Gospelchorleiter des Royal Liverpool Philharmonic Orchestras ist. Mit dem Lob: „Alle singen phantastisch“, kitzelte Tyndale Thomas noch mehr Engagement aus dem Publikum heraus. Er wisse, dass viele der Gäste zu Hause im Bade- oder im Schlafzimmer alleine singen würden.
„Quiet rest“ hieß dann ein ruhiges eigenes Lied, bei dem Tyndale Thomas seine ausdrucksstarke Stimme voll zur Geltung bringen konnte. Begleitet von Pianist Marcus Rau, Band und Chor. Nach dem Riesenapplaus erzählte er, dass in seiner Heimat Jamaica und später England mit sieben Geschwistern Hausmusik an der Tagesordnung war.
Dann war wieder „everybody“ gefragt. Um für „On the rock“ erneut in die Hände zu klatschen und den Refrain einzustudieren. „Ich singe, weil ich glücklich bin“, sagte Tyndale Thomas. Das merkte man ihm an. Damit riss er die anderen mit. Und erhielt natürlich für seine wunderschönen Solostücke stets einen Extra-Applaus mit Pfiffen, Fußgetrampel und allem, was dazugehörte.
In einem Reggae-Medley knüpfte er an seine jamaikanischen Wurzeln an und ließ das Publikum unter anderem den Bob-Marley-Hit „No woman no cry“ mitsingen. Bevor es richtig schwieriger wurde – für ein Lied auf Zulu.
In den letzten 7 Tagen schon 17 mal gelesen - zuletzt am 17.03.2010 um 22:09.
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