Nur langsam füllte sich die vom Festausschuss liebevoll geschmückte Reinfelder Sporthalle mit fantasievoll kostümierten Narren. Der Vorverkauf war eher flau, berichtete Festausschuss-Vorsitzender Ralf Otto. Obwohl es noch etliche Nachzügler gab: Insgesamt war der Zuspruch für die Organisatoren vom Sportverein SV Preußen Reinfeld enttäuschend. Etwa 250 Gäste waren gekommen, für 450 hatten die Veranstalter Tische und Stühle aufgestellt. „Mit einem solchen Einbruch hatten wir alle nicht gerechnet, das ist schon deprimierend“, sagte der Vereins-Vorsitzende Adelbert Fritz.
Ob die Kosten, insgesamt etwa 4500 bis 5000 Euro, bei so mauem Besuch wieder hereinkommen, ist offen. Der Kassensturz steht noch aus. „Wenn das so bleibt, müssen wir überlegen, ob wir die Preußen-Maskerade noch fortführen“, hatte Otto jedoch bereits am Abend der Veranstaltung gesagt. Fritz kündigte an, Festausschuss und Vorstand würden jetzt die Lage in aller Ruhe analysieren und dann entscheiden, wie es in Zukunft mit der Maskerade – immerhin eine gute Tradition der Preußen seit 1913 – weitergehe. Fritz: „Einige haben uns gesagt, es wäre schade, wenn es die Veranstaltung nicht mehr gäbe. Aber wir können auch nicht Mitgliedergeld dafür verwenden.“ Sollte die Maskerade 2010 mit einem Minus abschließen, muss der Verein dafür einspringen. Die Zeiten, in denen das Kostümfest einen Überschuss erwirtschaftete, der der Jugendarbeit des SV Preußen Reinfeld zugute kam, sind jedenfalls vorbei.
Bei der Analyse, kündigte Fritz an, werden mehrere Fragen zu klären sein. War der Termin für die Maskerade richtig gewählt? Erst ein Wochenende zuvor hatte die Feuerwehr am gleichen Ort ihren Festball gefeiert. Ist die Form noch richtig? Oder wäre es für die Preußen nicht angebracht, im September eine Art Sportlerball zu feiern? Fritz bedauernd: „Dann müsste der SV Preußen eine Tradition aufgeben. Aber wir können es uns auf Dauer nicht leisten, Geld zuzuschießen.“
Zwei Lichtblicke gab es für die Preußen im Karneval 2010 aber doch. Diejenigen, die mitfeierten, hatten ihren Spaß. Das behauptet nicht nur Festausschuss-Vorsitzender Ralf Otto, das war den Besuchern auch deutlich anzumerken. Und der Kinderkarneval am Sonntagnachmittag war gut besucht.
Ganz anders als in Reinfeld erwies sich Elmenhorsts lange Nacht diesmal als Besuchermagnet. Umfallen unmöglich – so voll war es in der Elmenhorster Mehrzweckhalle. Die Karten waren im Vorverkauf weggegangen wie warme Semmel, für die Abendkasse waren keine Tickets mehr übrig geblieben. Mitten am Abend wurde dann die Empore vom Sicherheitspersonal geräumt. Man wollte nicht das Risiko eingehen, dass dort jemand herunterpurzelt.
Elmenhorst gilt als eine der Stormarner Karnevalshochburgen. Die Veranstalter lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen. Da warfen die phantastischen Elefants – ein Männerballett – die schönsten Beine und die dicksten Bäuche Stormarns in die Luft und wirbelten über das Parkett, dass die Gäste schon beim Zuschauen ins Schwitzen gerieten. Und natürlich musste noch eine Zugabe den Auftritt abrunden. Seite 12
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