ln-online/lokales vom 09.02.2010 10:05
Land unter - Wasser Rohrbruch in Geesthacht
In der Straße klaffte ein Krater, die Feuerwehr legte einen überfluteten Hauskeller wieder trocken. Foto: TIMO JANN
Neun Haushalte waren über Stunden von der Wasserversorgung abgetrennt. In den vergangenen Monaten waren schon Am Moor, an der Zehlendorfer Straße, und an anderen Stellen Wasserrohre gebrochen. Zuletzt am 23. Januar an der Bahnstraße. Die ist seit dem für den Verkehr zwischen Sandstraße und Hechtholz voll gesperrt. Denn aufgrund des Frostes können die Baugruben nach der Reparatur nicht wieder ausreichend verdichtet und verschlossen werden.
Gestern hatte der Rohrbruch massive Folgen. Im Bereich einer Grundstückszufahrt klaffte nach dem Bruch ein riesiger Krater im Asphalt und im Pflaster. Auf einer Fläche von mehreren 1000 Quadratmetern bildete sich am Wendehammer der Hans-Mayer-Siedlung und in angrenzenden Gärten eine Seenlandschaft. Die Wassermassen überfluteten schließlich sogar den Keller eines Einfamilienhauses. „Da sind einige Kubikmeter ausgetreten, damit ließe sich eine kleine Siedlung einige Zeit lang versorgen“, berichtet Michael Körber-Kronenwett von den Stadtwerken.
„Ich stand gerade unter der Dusche, als plötzlich der Wasserdruck weg war“, berichtet Anwohner Wenzl Hruby. „Ich schaute erst bei mir im Keller nach, aber da war nichts auszumachen. Als ich dann auf die Straße schaute, schwamm dort schon alles“, erklärt er. Folge: Die Wassermassen strömten auch in seine Einfahrt, gelangten über einen Kelleraußeneingang sogar ins Haus. Feuerwehrmänner rückten deshalb mit einem Wassersauger bei ihm an. Nun muss das Haus getrocknet werden. Darum kümmern sich die Stadtwerke, die gegen solche Schäden versichert sind.
Das betroffene Rohr hatte eine Durchmesser von zehn Zentimeter und stammt aus dem Jahr 1971. „Wir haben in Geesthacht einen Höhenunterschied von 90 Metern. Da steht unten, im niedrigen Teil der Stadt, eine enorme Wassersäule. Die Drücke auf der Leitung sind so, als würde man sein Auto immer mit 110 Stundenkilometern fahren. Eine zeitlang geht das meistens gut“, erklärt Körber-Kronenwett.
Die Stadtwerke haben ein Sanierungsprogramm für die alten Leitungen, doch das läuft noch Jahre. Knapp 60 Kilometer müssen noch gegen robustere Kunststoffrohre ausgetauscht werden.
Die Feuerwehr stand gestern noch vor einem anderen Problem. „Auf vielen Wohnstraßen sind von den Pkws zwei Spuren im Schnee frei gefahren, während der Rest der Fahrbahn völlig vereist ist. Wenn dort dann Autos parken und wir ausweichen müssen, gibt es mit unseren Großfahrzeugen langsam Probleme“, sagte der stellvertretende Wehrführer Olaf Wieck gestern. tja
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