Die Stadt aber ziert sich. Der Hauptausschuss der Bürgerschaft vertagte die Abgabe eines sogenannten Rangrücktritts gestern. Flughafen-Geschäftsführerin Doris Böhmke: „Der Rangrücktritt ist absolut notwendig.“
Vertreter der Wirtschaftsberatungsgesellschaft KPMG berichteten den Politikern, dass die Erklärung des Rangrücktritts nötig sei, um eine drohende Insolvenz der Flughafen-Gesellschaft abzuwenden. „Gläubiger, die Forderungen haben, verzichten auf die Geltendmachung, bis das Unternehmen saniert ist“, sagte Christoph Ditting von KPMG. „Dadurch wird die Überschuldung beseitigt.“ Das müsse zwingend und sofort geschehen. Der Rangrücktritt könne vermieden werden, wenn die Flughafen-Gesellschaft langfristig ihren Betrieb fortsetzen könne. Das gäben die Beschlüsse der Bürgerschaft bislang nicht her. Ditting: „Dahinter stehen Fragezeichen.“
Der Airport steht bei der Hansestadt mit 33 Millionen Euro Gesellschafterdarlehen in der Kreide. Das Kuriose ist: Lübeck ist gleichzeitig Gläubiger, Eigentümer und Gesellschafter des Flughafens. Airport-Geschäftsführerin Böhmke sagte, dass der Airport schon im vergangenen Frühjahr überschuldet gewesen sei. Damals habe der mittlerweile ausgeschiedene Eigentümer Infratil eine Rangrücktrittserklärung abgegeben. Die endete mit dem Ausstieg der Neuseeländer. Die Bürgerschaft hätte im Oktober die Erklärung übernehmen müssen, tat es aber nicht. Flughafen-Geschäftsführer Michael Lange berichtete, dass man Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) und Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel (CDU) bereits am 4. Januar über die Situation informiert habe. Nach Angaben des städtischen Beteiligungscontrollings würde die Suche nach einem privaten Investor ohne Rangrücktrittserklärung schwieriger.
Bohrende Fragen der Politiker, ob der Flughafen ohne diesen Forderungsverzicht seitens der Hansestadt abgewickelt werden müsse, ließen die Wirtschaftsprüfer unbeantwortet. Widerstand gegen die Erklärung kommt vor allem von der SPD. Fraktionschef Peter Reinhardt: „Die Flughafen-Gesellschaft ist zahlungsfähig, weil wir ständig Geld hineinpumpen.“ Eine Rangrücktrittserklärung wäre nichts weiter als Kosmetik. Reinhardt: „Die Braut würde nur aufgehübscht.“ Ende März muss die Bürgerschaft entscheiden.
H.W.Gothmann schrieb am 10.03.2010 07:31:
Jetzt werden die Batallione für die Entscheidungsschlacht um den Flughafen un Stellung gebracht: da das Volksbegehren aller Erwartung nach erfolgreich sein wird, wird nun das Schreckgespenst einer Insolvenz in den Raum gesetzt. Eine Insolvenz wäre eine elegante Methode, den Bürgerwillen zu unterlaufen So läuft die Politik nun mal
Lübecker schrieb am 10.03.2010 08:14:
Wie lange soll denn die Rangrücktrittserklärung gelten?
Soll sie auch über einen etwaigen Verkauf hinaus gelten? Dann wäre das ja ein hübsches Subventionsgeschenk für den Interessenten, oder? Lübecker Bürger sollten hier mal genauer hinsehen. Das NEIN beim Bürgerentscheid wird immer wichtiger.
Andreas Asylanti schrieb am 10.03.2010 08:24:
Gedenkt -
Hall of fame oder shame-
Flughafen Lübeck -
Egal ob Heißballons dort aufsteigen oder Sport- und/oder Verkehrsmaschinen - Blankensee braucht 2 Ehrenhallen zum Gedenken: Die hall of fame und die hall of shame. Mit Berühmtheiten für die erste Halle müssen wir abwarten, aber auch für die zweite Halle der Schande?. Doch wo ehren wir bald Ex-Wirtsch.-Senator Halbedel ein. Top oder Flop
Dr. Matthias Klinger schrieb am 10.03.2010 08:27:
Laut Paragraf 15a der InsO wird Insolvenzverschleppung mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe belegt. Wieder mal Arbeit für die Justiz.
Lübecker Steuerzahler schrieb am 10.03.2010 09:18:
Ist schon schön mit anzusehen.Hier in Lübeck werden alle Register gezogen,um den FH am Leben zu erhalten und auf der Insel sitzt einer, der immer "fetter" wird während er sich die Hände reibt und Geld zählt.Aber die Lübecker haben es so gewollt, deshalb bleibt nur eins,um dem ganzen ein Ende zu setzen: Stimmt für NEIN am 25.April.
Gegner schrieb am 10.03.2010 09:46:
Schließt endlich diesen unsinnigen teuren Flughafen, die Schulden reichen schon. Wieviel sollen es noch werden? Dann müssen die paar Angestellten des Flughafen ebend harzen, das kommt den Steuerzahler billiger als dieser am künstlich erhaltene millionenfache überschuldete Flughafen.
B. Simon schrieb am 10.03.2010 10:14:
Der FH war noch nie, auch vor Infratil, mit einem Eigenkapital ausgestattet, das dem Geschäftsumfang angemessen wäre - ein klares Versäumnis der Stadt. Die aktuelle Problemlösung ist einfach: 33 Mio Darlehenhsanspruch von Infratil erworben, 26 Mio gezahlt, Differenz in Eigenkapital umwandeln. Kostet keinen Cent, Vorlage liegt seit Oktober vor, Rot-Rot-Grün tut auch hier nichts, da inkompetent
Nachhilfelehrer schrieb am 10.03.2010 10:29:
Ich empfehle mal das Studium der Insolvenzordnung. Explizit sollte man einmal 39 InsO heranziehen. Auch mal ein wenig in neuere Kommentare schauen. Und wenn "bohrende Fragen an die Wirtschaftsprüfer offen bleiben" stelle ich die Frage, ob man die richtigen Experten am Tisch hatte. Aber letztlich wird ja nur auf öffentliche Gelder verzichtet.
Lübecker schrieb am 10.03.2010 12:06:
B. Simon: Da hätten Sie gestern erstmal die Äußerungen aus dem konservativen Lager hören sollen Von wegen Inkompetenz bei Rot- Rot- Grün...verwechseln Sie Farben?
Holger Z. schrieb am 10.03.2010 12:34:
Ups, das kommt jetzt aber für mich überraschend. Ich dachte, der Flughafen ist unbedingt erhaltenswert. Fast zwei Kilometer Landebahn können sich nicht irren
Ob Lübeck jetzt 1,355 Milliarden Schulden hat oder 1,4 Mrd. Euro. Ist doch irgendwie egal. Es lebe die Währungsreform Dekantent lebt es sich am besten
Benno BR schrieb am 10.03.2010 12:36:
Ob das die Unterzeichner des Flughafen Papiers wussten? Bestimmt nicht.Auch wenn es nur 33Mio. EURO sind, Geschenke nicht mehr.Holt es euch doch von Fliegern.
VFB Lübeck war schon link und teuer genug.
Westerwelle könnte doch eure Spenden sammeln,der hat ja Übung im abkassieren und versprechen.Man sollte das Kapitel jetzt und für immer abschließend behandeln.Platz für ein Museum ist vorhanden.
wolf schrieb am 10.03.2010 12:45:
Der Lübecker Flughafen hat eine sehr gute
Verkersanbundung,Lübeck sollte noch versuchen mehr Aerlines nach Lübeck zuholen
oder haben die Angst vor Rainair der Lübeck
ausaugt.Habe gehört Lübeck zahlt für jenden
Fluggast 5
s guesmer schrieb am 10.03.2010 12:59:
die spd sitzt adipös auf dem sofa und wird von ihrem dunkelroten freund mit drops bei laune gehalten ohne zu merken, daß das haus vergammelt.
-wir investieren in ein zelt und hoffen, daß sich ein dummer investor findet.
-wir lassen den tierpark verrotten und verlängern das leid der tiere auf unbestimmte zeit.
-investoren in travemünd werden hingehalten,denn huch ,da steht ja noch ne ruine.
s guesmer schrieb am 10.03.2010 13:07:
-stena line verabschiedet sich von alleine. -und eigentlich ist sowieso immer der nachbar saxe schuld. MENSCH AUFWACHEN arbeiten, arbeiten,arbeiten...
und das schlimmste ist...,ich hab die spd gewählt.
Thomas Godehus schrieb am 10.03.2010 13:44:
Die Behandlung des Flughafen-Themas seitens Verwaltung und Mehrheitsfraktion SPD
ist nicht nur inkompetent, sondern auch sehr verdächtig. Anscheinend eine Doppelstrategie, nur schlecht gemacht. Einerseits sagt man, wir sind für den Flughafen, andererseits lässt man ihn ins Messer laufen. Keiner soll sagen, das habe niemand gewusst. Es stinkt zum Himmel. Lügen und Intrigen. Ein echter Skandal.
Guckst DU schrieb am 10.03.2010 15:56:
Nettes Abendprogramm für Ja-Sager und bedenkenlos Zettelunterschreiber und schnell mal Geschäftsführerseinwoller:http://www.ndr.de/wirtschaft/blankensee144.html
Spökenkieker schrieb am 10.03.2010 18:03:
Unter den seit lagem bekannten Umständen hätte keine Lieferant einer Firma der freien Witschaft auch nur 1 Pfund Kaffee verkauft. Vorkasse oder Bankbürgschaften hätte man verlangt. Beim FH ist man da eher großzügig, bürgen doch alle Lübecker für die Forderungen. Auch hätte man wegen der ausstehenden Forderunen eine normale Firma schon in die Insolvenz gedrängt, um noch etwas Geld zu retten.
U. Pries schrieb am 10.03.2010 18:34:
Flughafen weg, öffentliche Verkehrsmittel weg, Autos weg und zurück zur Steinzeit. Was wollen wir mit den ganzen Touristen die durch den Flugplatz kommen und die Hotels, Innenstagtgeschäfte, Kaffees uvm verstopfen. Die Arbeitsplätze die indirekt dranhängen brauchen wir nicht. Die Steuereinnahmen in Millionenhöhe benötigen wir nicht. Fortschritt wozu. Wacht auf wir brauchen den Flughafen - wir alle
Timm schrieb am 10.03.2010 18:39:
So, so...überschuldet.
Ist Insolvenzverschleppung nicht strafbar?
Rolf Wiesbrock schrieb am 11.03.2010 01:01:
Die Ausssage der KPMG war eindeutig.
Die Flughafen GmbH Lübeck war gemäß Bilanz 2008/09 überschuldet. Danach hätte die Bürgerschaft eine langfristige Kreditzusage für die nächsten Jahre geben müssen. Kurzfristiges Geld ist für ein überschuldetes Unternehmen nicht von ausreichender Planungssicherheit.
Die Insolvenzverschleppung könnte für die FLG-Geschäftsführung zum Straftatbestand werden.
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