Es begann mit einer Meldung der „Bild“-Zeitung. Heilmann habe seinen Ex-Lebensgefährten Marcel Müller nach der Trennung per SMS bedroht. Deswegen werde jetzt die Staatsanwaltschaft ermitteln. Der Immunitätsausschuss des Bundestages habe grünes Licht gegeben. Die Lübecker Gerüchteküche begann sofort zu brodeln: Heilmann und Müller seien nicht nur Lebens-, sondern auch Geschäftspartner gewesen – sie würden im Internet einen Sex-Shop betreiben.
„Flutsch-Express.de“: Wer Kondome oder Sex- Spielzeug-Pakete sucht, scheint hier richtig zu sein. Betreiber: Die „Heaven Media“. Als Geschäftsführer ausgewiesen: Marcel Müller. Doch wer Müller anrufen will und die angegebene Telefonnummer wählt, hat in der Tat sofort Lutz Heilmann am Apparat. Gegenüber den LN wiegelt der Abgeordnete allerdings ab: „Ich betreibe solche Geschäfte nicht!“
Aber wie kommt’s dann zu dem Internet-Eintrag? Heilmann empört sich: „Herr Müller und ich waren eine Zeit lang befreundet. Anschließend war er noch Mieter bei mir. Nach seinem Auszug hat er jetzt immer noch nicht die Telefonnummer auf der Internetseite geändert!“ Allerdings firmiert Heilmann an gleicher Stelle auch als für die Seite zuständiger „Jugendschutzbeauftragter“. Davon will er ebenfalls nichts mehr wissen: „Dagegen gibt es eine unterschriebene Unterlassungserklärung.“ Bislang sei aber auch dieser Eintrag nicht von der Seite genommen worden. Gibt’s da einen Zusammenhang zu den angeblichen SMS-Drohungen? Heilmann: „Ich habe meine Anwälte eingeschaltet. Mehr sage ich jetzt nicht mehr.“
Auch zur Frage, ob „Parteifreunde“ die Hinweise in die Öffentlichkeit lanciert haben, gibt’s keinen Kommentar. In Linken- Kreisen hält man das aber für möglich. Heilmann hatte in den letzten Wochen immer wieder den Rücktritt von Lüttke gefordert und ein Parteiausschlussverfahren angestrengt, war daher schnell in den Verdacht geraten, den Skandal losgetreten zu haben. Heilmann bestreitet das. Der „Neumünsteraner Kreis“ innerhalb der Linken, dem er sich angeschlossen hat, legte gestern aber noch einmal unverdrossen nach. „Ganz offensichtlich haben mehrere dieser Stalin-Partys auch im Lübecker Parteibüro stattgefunden, für die auf Parteiveranstaltungen durch Lüttke geworben wurde“, sagt Neumünsters Linke-Kreischef Jörn Seib. Den Antrag auf Parteiausschluss Lüttkes hätten schon 50 Linke unterschrieben. wh/jvz









