Vierte Liga und 49 000 Euro – oder keine Liga und kein Geld. Zwischen diesen beiden Optionen können Lübecks Politiker wählen. Das geht aus einem nicht-öffentlichen Papier der Verwaltung hervor. Der insolvente VfB Lübeck steht mit 1,307 Millionen Euro bei der Stadt in der Kreide – und kann seine Schulden nicht bezahlen. Jetzt soll die Hansestadt auf nahezu die gesamte Summe verzichten. Der Insolvenzverwalter Mark Zeuner bietet der Hansestadt die im Vergleich lächerliche Summe von 49 000 Euro an. Dabei ist die Stadt einer der Hauptgläubiger des Fußballvereins.
Insgesamt haben die Gläubiger des VfB 2,83 Millionen Euro an Forderungen. Verzichten sie und die Hansestadt nicht zu großen Teilen auf ihr Geld, hätte der VfB Lübeck keine Zukunft mehr – und müsste abgewickelt werden. Dann würde es aber gar kein Geld für die Stadt geben. „Die Gläubiger würden im Falle der Liquidation höchstwahrscheinlich den Totalausfall ihrer Forderungen erleiden“, schreibt Zeuner an die Stadtverwaltung.
„Dieser Vorschlag ist eine Schweinerei“, empört sich die Linken-Chefin Antje Jansen, „manche glauben immer noch, die Stadt könne Geld drucken.“ Ihre Fraktion werde gegen den Schuldenerlass stimmen. Anders sehen es die anderen Fraktionen. „Das ist die Wahl zwischen Pest oder Cholera“, bringt es Raimund Mildner, Fraktionschef der Bürger für Lübeck (BfL), auf den Punkt. „Das Ganze amüsiert bei uns keinen“, ärgert sich auch CDU-Vormann Andreas Zander. Allerdings bringe es auch nichts, „dem Verein die Zukunft zu verbauen“. Sauer ist Bernd Möller, Fraktionschef der Grünen: „Wir haben keine Wahl angesichts des Dramas.“ Wie so oft, habe die jetzige Bürgerschaft mit dem Schaden aus der Vergangenheit zu tun. „Das sind alles Altlasten.“ Möller ärgert sich aber über den VfB. „Das ist das Ergebnis von jahrelangem Dilettantismus des Vereins.“ Man habe immer ein Konzept gefordert, das den Profifußball vom Breitensport des Vereins trennt. Sportsenatorin Annette Borns habe versucht aufzuräumen, aber keine Unterstützung von der SPD und CDU bekommen.
FDP-Fraktionschef Thomas Schalies resigniert angesichts der Auswahlmöglichkeiten: „Uns bleibt im Prinzip nichts anderes übrig, als zuzustimmen.“ Schön sei das alles nicht. „Aber keiner will, dass der VfB vollends gegen die Wand fährt.“ Der SPD-Fraktionschef und ehemalige VfB-Schatzmeister Peter Reinhardt wartet auf das Votum seiner Fraktion: „Wir werden darüber diskutieren.“
Die Stadt hat dem VfB über Jahre Schulden gestundet. Sie stammen zum Teil aus dem Jahr 1996: Damals lieh die Stadt dem Verein umgerechnet 1,02 Millionen Euro für den Neubau der Haupttribüne. Das Geld hat der Klub nicht zurückgezahlt. Die jetzt ausstehenden 1,307 Millionen Euro setzen sich zusammen aus diesem gewährten Tribünendarlehen samt Zinsen – hinzu kommen nicht gezahlte Sportstättengebühren, Telefon-, Strom- und Flutlichtkosten, Gewerbe- und Grundsteuern sowie Straßenreinigungsgebühren.
Der VfB musste am 9. April 2008 Insolvenz anmelden. Übermorgen entscheidet die Bürgerschaft über den Schuldenerlass.
Realsatire schrieb am 24.11.2009 00:49:
Da treffen sich mit Bürgerschaft und VfB ja 2 absolute Looser auf Augenhöhe: erfolglos, verschuldet weit bis über beide Ohren und noch nie irgendwelche Schulden zurückbezahlt.
Wüßte auch nicht, was man da als ernstzunehmende Kritik von Seiten der Bürgerschaft sagen sollte. Bleibt ihnen nur, sich übers Weihnachtsgeld zu freuen, denn das zahlen wir alle ihnen ja trotzdem noch. Na dann Gute Nacht
K.P.R. schrieb am 24.11.2009 01:21:
Wieso eigentlich soll die Pleite Stadt Lübeck auf soviel Geld verzichten?Es kann ja wohl nicht sein,das Steuergelder den Pleite Verein VfB Lübeck am Leben erhalten.Das Geld wird die Stadt sowieso nicht wiedersehen,da dieser Verein nie wieder soviel Geld haben wird.Also,kein Schuldenerlaß,kein VfB mehr und Ruhe an der Lohmühle......Vielleicht sollte man Herrn Schütt mal fragen..
Andreas Asylanti schrieb am 24.11.2009 02:31:
Stunde der Stundung?
Der VfB liegt schon lange im Koma und wird als Komapatient vorübergehend weiterleben. Warten wir mal den Wettskandal ab. Pistole vom Insolvenzverwalter auf die Brust und kein Politiker wagt zu wiedersprechen. Ich habe Rentner gesehen, die den Eintritt Euro zu Euro legten, Politiker stolzierten zu ihrem unentgeltlichen VIP-Tribünenplatz, ebensio HL-Verwalt.leute, Schmarotzer
Bernd Mattner schrieb am 24.11.2009 02:39:
Was ich nicht verstehen kann, das der VFB im Winter ein Trainigslager an der Algarve abhalten will,die Algarve ist, für ein Trainingslager, die teuerste Ecke in Europa.
Und die Stadt geht leer aus,das nenne ich einfach nur peinlich
Steuerzahlerin schrieb am 24.11.2009 07:45:
Ich als Steuerzahlerin sage: NEIN. Andere Lübecker Vereine müssen auch selber sehen, wie sie ihre Schulden bezahlt bekommen. Wo sind denn die Einnahmen aus den beiden Pokalspielen? Wenn man kein Geld hat, dann darf man auch nicht auf so großem Fuß leben. Ich würde den VfB Lübeck nicht vermissen. Es gibt doch genug andere Vereine in Lübeck.
steuerzahlerin2 schrieb am 24.11.2009 10:49:
Riesengroße Schweinerei, wenn die Stadt auf die Rückzahlung verzichtet Unbelehrbare Inkompetenz und falsches Management über Jahre hinweg, und der Steuerzahler soll wieder mal hinhalten?? Es brennt an vielen Ecken in Lübeck, die dringender und gerechtfertigter Hilfe gebrauchen könnten. Das ist entscheidend für die Zukunft. Nicht diese Verschwendung, die die Stadt sich gar nicht leisten kann
Gelehrter schrieb am 24.11.2009 10:54:
Herr, lass Hirn regnen...
Egal, ob man für oder gegen etwas ist...bevor man sich dazu öffentlich äußert, sollte man sich mit der Materie genauestens beschäftigt haben
@Bernd Mattner: Das Trainingslager inkl. Flug ist Geschenk eines Sponsors
@Steuerzahlerin: Die Gelder aus dem Pokal fließen zu einem guten Teil "freiwillig" mit in die Insolvenzmasse mit ein Ohne sie gäbs nichtmal 49tsd
Nörgler schrieb am 24.11.2009 11:46:
Wow, die Lübecker Politiker realisieren gerade unter riesiger Entrüstung, dass es in dem Insolvenzverfahren des VFB zu Forderungsausfällen kommt, welch grossartige Erkenntnis. Diese Gedanken hätte sie sich mal lieber bei der Vergabe der Kredite an den VFB ohne entsprechende Sicherheiten gemacht.
tomtom99 schrieb am 24.11.2009 12:19:
hinzu kommen nicht gezahlte Sportstättengebühren, Telefon-, Strom- und Flutlichtkosten, Gewerbe- und Grundsteuern sowie Straßenreinigungsgebühren.
Und jede Menge Polizeieinsätze für ein paar schwachsinnige Chaoten Nee, keinen Cent für so einen Verein Jahrelang irgendwelchen Legionären die Taschen vollgestopft und Weltmännisch aufgetretenDa gibt es sinnvollere Dinge für unsere JugendRIP VfB
Emma W. schrieb am 24.11.2009 14:13:
Misswirtschaft der vergangenen Jahre? Richtig
Und wie hieß der Schatzmeister?? War das nicht ein gewisser Politiker??
Kai aus Lübeck schrieb am 24.11.2009 16:11:
Wo ist das Problem? Dem Verein werden die Schulden selbstverständlich nicht erlassen und dafür werden die Grundstücke an der Lohmühle als Bauland verkauft und der Erlös geht an die Stadt. Tschüss VfB So geht das nämlich nicht.
a.schimkus schrieb am 24.11.2009 22:35:
Ja hautz doch drauf,keine Ahnung aber Kommentare schreiben.wow,das kann jederDie Schulden stammen aus dem Jahr 1996,das kam von einem Herrn Molle Schüt und Herr Reinhartwohl immer noch grummelig,wegen seiner abwahlwar Schatzmeister des VfB und wie immernoch Politiker der Stadt Lübeck.Beim VfB wurde aufgeräumt,ein neues Konzept,Spieler mit herz und ein Team hinter der Manschaft.So ,was können
a.schimkus schrieb am 24.11.2009 22:41:
was können diese menschen dafür,das gewisse leute,die komischer Weise in der Politik noch tätig sind dafür.den schwarzen Peter wird ein paar Jungs zu geschoben die damals noch gar nicht da waren.Sicher ist der VfB bei vielen nicht beliebt,wegen der Mißwirtschaften der vergangenen Jahre.aber es gibt Leute die hinterm Verein stehen,und das auseinander halten können.Sollte man von Politikern denken
T.bauer schrieb am 25.11.2009 15:13:
Wofür brauchen wir in Lübeck 4.Ligafussball vor 2000 Zuschauern, wer vernünftigen Fußball mit vernünftigem Ambiente erleben will fährt eh nach Hamburg. Den VfB mit seinen Negativschlagzeilen und den gewlttätigen Fans braucht kein Mensch, dann lieber mal die Umkleiden beim Post SV für 2000 Euro sanieren, aber dafür ist kein Geld da. Man, man was haben wir bloß
für Politiker gewählt
Lübecker schrieb am 25.11.2009 19:36:
Was hier an niveauvollen Kommentaren niederprasselt...Es gibt noch Leute, die sich mit Verein und Stadt identifizieren und für die die Liga keine Rolle spielt. Dass dir so etwas fremd ist glaub ich gerne,dann fahr mal lieber nach Hamburg und genieß das tolle Ambiente in Kommerztempeln wie der HSH Arena.Und wenn du die Negativschlagzeilen des Vereins alle blind glaubst,tust du mir leid. Nur der VfB
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