vom 09.06.2009 00:00:04
Damit stehen hinter der Wiedereröffnung eines Regional-Bahnhofes in Burg, die das Kieler Verkehrsministerium bis Ostern 2010 plant, plötzlich große Fragezeichen. Dabei hatte die Landesweite Verkehrsservicegesellschaft (LVS) erst am Donnerstag bekanntgegeben, dass die Bauarbeiten für den Bahnhof Fehmarn-Burg im Herbst 2009 beginnen können. Den vom Regionalbahn-Konzept der LVS favorisierten citynahen Bahnhalt lehnen Hartmut Specht, Felix Feil und Horst Woschkeit, die Initiatoren des Bürgerentscheides, jedoch ab. Sie forderten noch am Sonntagabend sofortige Neuverhandlungen mit dem Land und der AKN-Bahn. Ihr Ziel ist ein Bahnhalt direkt an der jetzigen Vogelfluglinien-Trasse.
Der Hauptgrund: Wenn nach Fertigstellung der Beltbrücke 2018 der internationale Bahnhof in Puttgarden geschlossen wird, könnten hier neben den Nahverkehrszügen künftig auch Fernzüge halten. Doch noch ist völlig unklar, wie das Land jetzt reagiert. „Wir bedauern das Ergebnis“, betonte gestern LVS-Sprecher Dennis Fiedel. Denn in Kiel ist man nach wie vor davon überzeugt, dass ein stadtnaher Bahnhof der richtige Standort für einen erfolgreichen Nahverkehr auf der Schiene von Lübeck nach Fehmarn ist.
„Wir haben keinen Plan B“, kündigte Fiedel nach einer ersten internen Sitzung bei der LVS für die nächsten Wochen neue Gespräche mit allen Beteiligten an. „Wir wollen nicht so tun, als wäre nichts passiert“, kommentierte er den für Kiel unerwarteten Ausgang des Bürgerentscheides.
Am Sonntag hatten 2789 Insulaner (63,9 Prozent der abgegebenen Stimmen) den geplanten Burger Bahnhofsvorplatz abgelehnt, nur 1575 (36,1 Prozent) stimmten den bisherigen Plänen der Stadt Fehmarn zu. Damit übertrafen die Initiatoren des Bürgerbegehrens die Mindesthürde von 2211 Stimmen (oder 20 Prozent der Wahlberechtigten) deutlich. Die Wahlbeteiligung lag bei 40,1 Prozent. Bürgermeister Schmiedt ging am Wahlabend trotzdem weiterhin davon aus, dass das Land die bisherigen Pläne vorantreibt. Gestoppt worden sei von den Bürgern lediglich der Ausbau und die Finanzierung des Bahnhofsvorplatzes, während der Standort gar nicht zur Debatte gestanden habe.
Das sieht die Gegenseite ganz anders. Specht beruft sich auf eine schriftliche Auskunft aus dem Kieler Verkehrsministerium, wonach die Stadtvertretung mit ihrer Entscheidung für den Bahnhofsvorplatz am 18. Dezember auch den vorgeschlagenen Standort bestätigt habe: „Diese Entscheidung ist für uns maßgebend“, zitierte er aus dem Kieler Schreiben.
Gestern Abend tagte die SPD-Fraktion. „Damit habe ich nicht gerechnet“, zeigte sich ihr Sprecher Joachim Nottebaum vorab „schockiert“. Jetzt müsse sich zeigen, ob das Land weiter den Bahnhof plant oder bis zum Brückenbau nichts passiert. Fehmarn könnte dann ihre 150 000 Euro in Schule und Jugendarbeit stecken. Fraktionssprecher Werner Ehlers (CDU) in dessen Partei das Vorhaben umstritten war, plädierte für neue Gespräche über einen möglichen Alternativstandort. „Es ist aber keine persönliche Niederlage für den Bürgermeister“, betonte er, dass die Bürger einen Mehrheitsbeschluss der Stadtvertretung aufgehoben hätten.
M.Harder schrieb am 10.06.2009 09:40:
Eigentor, liebe Fehmarneraner. Die Blechlawine schreckt schon jetzt die Urlauber ab. Und die mit der Bahn reisen wollen, kommen eher gar nicht: In Puttgarden "regieren" die Möven und der Bahnhof ist reif für den Bagger. "Dümmer gehts nimmer", würde der Volksmund sagen...
Jörg-Michael Baeck schrieb am 22.11.2009 17:36:
Die Bürger sollten mit ihrem Votum ernst genommen werden, damit es nicht wieder eine Entscheidung für ein Unternehmen durch die Politik, sondern für die Bürger Fehmarns wird. Herr Bürgermeister Schmied: halten Sie sich an den Bürgerwillen Ein Bahnhof an der Trasse ist Zukunft, ein Sackbahnhof, wie es ihn dort schon vor Zeiten dort gegeben hat Unsinn.
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