ln-online/lokales vom 30.01.2009 09:32
Bandenkrieg? Schüsse am Kaltenkirchener Spaßbad
Dichtgemacht: Nach den Schüssen auf dem Parkplatz der Holsteintherme riegelt die Polizei den Tatort ab. Foto: Florian Büh
„Das war wie im Krimi. Es sah aus wie eine Hinrichtung der Mafia“, berichtet eine Augenzeugin. Die junge Mutter war mit ihren beiden kleinen Kindern gestern Nachmittag in der Holstentherme in Kaltenkirchen gewesen, ist gegen 19 Uhr gerade damit beschäftigt, auf dem Parkplatz gegenüber des Spaßbades Badetaschen und Kinder sicher im Auto zu verstauen, als es plötzlich zwei, drei Mal laut knallt. Schüsse! „Eine Frau schrie, ich schaute mich um und sah, wie ein Mann zusammensackte.“ Instinktiv duckt sie sich. Dann hört sie nur noch das Quietschen von Reifen.
Die Polizei will bis zum späten Abend keine Angaben zu dem Fall machen. Uwe Keller von der Kieler Mordkommission bestätigt nur, dass es sich um ein versuchtes Tötungsdelikt handele.
Nach LN-Informationen aus Polizeikreisen waren kurz vor 19 Uhr eine junge Frau und ihr Begleiter auf dem Weg zu ihrem schwarzen Opel Corsa. Als sie in das Fahrzeug, das auf dem Parkplatz der Holstentherme abgestellt war, steigen wollen, jagt plötzlich ein dunkles Auto heran. Dann geht alles rasend schnell: Zwei maskierte Männer springen aus dem Fahrzeug. Sie halten Waffen in der Hand. Ohne ein Wort zu sagen, zielen sie auf den Mann, drücken ab. Das Opfer sackt schwer verletzt zusammen. Anschließend flüchten die Schützen. Auch die Frau entfernt sich vom Tatort, lässt ihren Begleiter zurück.
Augenzeugen alarmieren die Polizei, die sofort eine Ringfahndung auslöst, die nahe gelegene Autobahn 7 abriegelt. Dennoch gelingt es bis 22 Uhr nicht, die Beteiligten ausfindig zu machen. Das Opfer wird mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, befand sich am späten Abend nicht mehr in Lebensgefahr. Er scheint viel Glück gehabt zu haben.
Die Polizei sperrt den Parkplatz ab – sehr zum Ärger von fast 200 Besuchern der Holstentherme. Sie können nicht nach Hause, sitzen in dem Spaßbad fest. „Wir wissen auch nicht, was wir tun sollen, haben im Bad durchgesagt, dass die Leute erstmal länger bleiben dürfen, da sie nicht zu ihren Autos können“, sagt eine Mitarbeiterin der Holstentherme den Lübecker Nachrichten. Eine missliche Situation: „Viele kommen von außerhalb, teils sogar aus Hamburg.“
Experten der Mordkommission untersuchen den Tatort. Auch Spürhunde werden angefordert. Die Hintergründe sind noch vollkommen unklar: Wie die LN aus Polizeikreisen erfuhren, könnte es sich möglicherweise um die blutigen Auseinandersetzung rivalisierender Banden handeln.
In den letzten 7 Tagen schon 8 mal gelesen - zuletzt am 30.07.2010 um 09:59.
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