ln-online/lokales vom 05.05.2009 00:00
Wesenberger Schießhalle eröffnet
Fernglas adé: Die Schießerfolge sind direkt am PC nachvollziehbar, das lange Warten, bis die Papptafeln am Seilzug ankommen, vorbei.
Was lange währt, wird... Freude beim Klein Wesenberger Schützenverein. Ende vergangener Woche gab es „grünes Licht“ von der Bauaufsicht des Kreises, gestern Abend wurde die neue, 100 Meter lange Schießhalle (Investitionskosten: rund 150 000 Euro) beim Nordstormarn-Pokalschießen von den Aktiven eingeweiht, am Pfingstsonnabend, 30. Mai, wird sie offiziell eröffnet.
Angesichts der Tatsache, dass man sich bereits Ende der 90er Jahre an die Renovierung der Schießanlagen machte, kann man rückblickend durchaus von einem „Jahrhundertprojekt“ sprechen. Weil es dauerte. Vor sieben Jahren wurde der Vorläufer des heutigen Langwaffenstandes gebaut. Distanz: 50 Meter. Die Länge war erst mal okay. Allein die Dichtigkeit des Daches ließ zu wünschen übrig. Schlicht: Es regnete durchs Flachdach herein.
Daraufhin entschied sich der Vorstand, nicht nur das Dach zu renovieren, sondern auch den gesamten Komplex zu verlängern. Der ohnehin bereits auf einen Ausbau von 100 Metern Länge genehmigt war. „Wir haben über 55 Metern Länge einen Dachstuhl mit Trapezdach errichtet“, so der 1. Vorsitzende des Klein Wesenberger Schützenvereins, Andreas Möller. Über diese Länge ist die Schießhalle geschlossen – und dank des neuen Daches auch trocken. Die Seitenmauern wurden mit Betonform-Steinen errichtet. 50 mal 24 mal 24 Zentimeter große, hohle Steine, die mit Beton ausgefüllt werden. Doppelter Vorteil: Stabilität und (Schuss-)Sicherheit.
Die 55 Meter lange Decke besteht aus Heraklit- oder Zementfaserplatten, um einen effektiven Schallschutz zu gewährleisten. Der Kugelfang am Ende der 100-Meter-Schießstrecke ist „eingehaust“, also auch umweltgerecht und sicherheitstechnisch auf erstem Stand. Topmodern ist der Verein zudem mit der elektronischen Trefferaufnahme. Vorbei das Zielen auf Papptafeln und das Zählen der Ringe, indem die Tafeln per Seilzug zum Schützen zurückgeholt wurden. Jetzt „zählt“ der Computer, exakt abgebildet und nachvollziehbar auf dem Bildschirm direkt neben dem Anschlag.
„Damit sind wir einer der erste Vereine in Schleswig-Holstein, die auf diesem technischen Niveau sind“, erzählt Möller nicht ohne Stolz. Den kann er auch genießen, denn die Klein Wesenberger Schützen haben sich längst einen überregional klangvollen Namen verschafft. Nicht nur aufgrund der Erfolge der traditionellen Schützen, sondern auch wegen der aufstrebenden Bogenschützen, die durch die neue Langhalle auch Wintertrainingsmöglichkeiten haben.
Zudem genießt der Sommer-Biathlon-Sport gewaltiges Interesse. Die Winter-Trendsportart schwappt nun nicht nur in die warme Jahreszeit, sondern auch in den ansonsten skifreien Norden Deutschlands. In der Jugendarbeit jedenfalls registrieren die Wesenberger schon großes Interesse. Wer sich vor Ort informieren möchte, kann dies am Donnerstag und Freitag (7./8. Mai) tun beim Nordstormarn-Pokal, oder am Pfingstsonnabend, 30. Mai, wenn die neue Halle offiziell übergeben wird.
In den letzten 7 Tagen schon 8 mal gelesen - zuletzt am 28.07.2010 um 20:53.
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