Wie aus einem Kokon schält sich der Tänzer zu Beginn der neuen Aufführung des Staatsballetts Berlin aus einem riesigen Plastiksack vor einem eisig wirkenden Bühnenbild.
Ballettchef Vladimir Malakhov selbst hat die Titelrolle bei der Uraufführung von «Symphony of Sorrowful Songs» (Sinfonie der sorgenvollen Lieder) in der Staatsoper unter den Linden übernommen. In seiner Inszenierung umkreist der slowenische Theaterregisseur Tomaz Pandur die Wahrnehmung von Zeit.
Malakhov ist in einer seiner nicht allzu häufigen Rollen modernen Ausdruckstanzes zu sehen. Fast nackt lässt der Balletchef, Jahrgang 1968, in langsamen Bewegungen seinen Körper wirken. An seiner Seite brillieren die Erste Solotänzerin Nadja Saidakova und weitere Mitglieder des Staatsballetts.
Das Bühnenbild der kroatischen Designergruppe Numen untermalt das ständige Auf und Ab, Hin und Her des Lebens. Vor dem weißen und schwarzen Hintergrund der Bühne bewegen sich bühnenbreite grau-braune Bretterzäune, die die Besucher an das karge Sibirien denken lassen.
Die im Wesentlichen düstere Wirkung des Stückes geht auch auf die zum Teil chorale, schwermütige Musik zurück. Zum Schluss endet «Die Geschichte der Zeit» mit einem Urknall. Das Ensemble wird für das gut einstündige Stück mit dem gewohnt großzügigen Applaus belohnt.
«Symphony of Sorrowful Songs» ist die vorerst letzte Produktion des Staatsballetts in der Lindenoper vor Beginn der Sanierung im Sommer.
Kommentare powered by Disqus. Unsere Nutzungsbedingungen.





