Überhöhte Zinsen, Bankautomatengebühren und teure Riester-Verträge: Dies kostet die Bundesbürger einer Studie zufolge mehr als 700 Millionen Euro pro Jahr. Die Stiftung Warentest und die Verbraucherzentralen führen die Schäden auf fehlende Finanzaufsicht zurück.
«Die Beispiele zeigen systematisches Marktversagen zulasten der Verbraucher», sagte der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, am Mittwoch in Berlin. Die FDP im Bundestag forderte wie die Verbraucherzentralen, dass der Verbraucherschutz in der Finanzaufsicht verankert werden soll.
Weil Banken zu hohe Zinsen für Dispo-Kredite nähmen, entstehe den Verbrauchern ein jährlicher Schaden von etwa 650 Millionen Euro, kritisierten Stiftung Warentest und Verbraucherzentralen. Die Banken kämen derzeit sehr günstig an Geld, gäben dies aber nicht immer an ihre Kunden weiter.
Die Gebühren für das Abheben an Geldautomaten, die nicht zur Hausbank gehören, sind nach Ansicht von Verbraucherzentralen und Stiftung Warentest zu hoch: Die Kosten der Geldinstitute lägen bei maximal 2 Euro pro Abhebung, die Kunden zahlten aber 7 Euro im Durchschnitt. Dies koste die Verbraucher 100 Millionen Euro im Jahr bei etwa 20 Millionen Transaktionen. Banken und Sparkassen prüfen derzeit eine vorübergehende Obergrenze für die Gebühren.
Viele Riester-Produkte sind nach Einschätzung der Stiftung Warentest zu teuer. Deshalb sei ein Schaden von rund 115 Millionen Euro für Verbraucher entstanden, wenn dies auf Verluste bei staatlichen Zulagen bis einschließlich 2009 bezogen werde. Den geschätzten Schaden pro Jahr gaben die Verbraucherschützer nicht an.
Der FDP-Verbraucherpolitiker Erik Schweickert forderte eine schlagkräftige Finanzaufsicht bei der Bundesbank zur Kontrolle und Einhaltung der Gesetze insbesondere bei Finanzprodukten. Für die Gebühren an Geldautomaten anderer Banken müsse es schnell eine Lösung geben.
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