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dpa/online
vom 27.04.2010 18:28
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Neuanfang in «Königsblau»: Metzelder zu Schalke

Ein «Königlicher» wagt den Neuanfang in «Königsblau»: Nach drei Jahren bei Real Madrid wechselt Christoph Metzelder zum FC Schalke 04 und will auch wieder um einen Platz im Team von Bundestrainer Joachim Löw kämpfen.

Als «ehemaligen und zukünftigen Nationalspieler» pries Trainer Felix Magath seine prominente Neuverpflichtung für die kommende Saison an. «Er ist ein absoluter Führungsspieler mit hohem Verantwortungsbewusstsein. Ich bin heilfroh, dass wir diesen Transfer realisieren konnten.» Der 29 Jahre alte Metzelder unterschrieb einen Dreijahresvertrag bis zum 30. Juni 2013 und kostet keine Ablöse.

Für «Magier» Magath steht damit nach der bereits geschafften Qualifikation zur Champions League die nächste knifflige Aufgabe an. In Madrid wurde der Dauerpatient Metzelder zuletzt immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen und absolvierte diese Saison nur drei Pflichtspiele. «Ich bin davon überzeugt, dass das hier kein Thema sein wird. Wir legen schließlich viel Wert auf Trainingsarbeit», kündigte Magath an. Bereits vor anderthalb Jahren hatte er versucht, Metzelder von einer Rückkehr in die Bundesliga zu überzeugen.

Beim verlorenen EM-Finale 2008 gegen Spanien spielte Metzelder zum 47. und bislang letzten Mal im deutschen National-Dress. «Er hat sich nie aus der Nationalmannschaft verabschiedet, sondern wurde nur nicht nominiert. Wir sind fest davon überzeugt, dass er wieder gute Zeiten im Nationalteam haben wird», sagte sein Berater Jörg Neubauer der Nachrichtenagentur dpa.

Nach der Verpflichtung von Metzelder stehen für die kommende Spielzeit bislang sechs gelernte zentrale Abwehrspieler im Schalker Kader. Dennoch denkt Magath nach eigener Aussage nicht über den Verkauf eines Innenverteidigers nach. Auch der umworbene Benedikt Höwedes will bleiben: «Für mich ist ein Wechsel kein Thema», sagte er, nachdem der Überraschungs-Transfers bekannt wurde.

Für Metzelder ist Schalke keine Liebe auf den ersten Blick. Bereits als 15-Jähriger spielte er in der B-Jugend des Revierclubs. Ein Jahr, das er auf seiner eigenen Internetseite wegen «Pleiten, Pech und Pannen» als «absolute Katastrophe» bezeichnet: «Alles in allem eine völlig verkorkste und verlorene Saison für mich.» Er wechselte zu Preußen Münster, ging 2000 nach Dortmund. Dort holte der gebürtige Haltener vor acht Jahren den Meistertitel, stieg zum Nationalspieler auf und wurde Vizeweltmeister sowie EM-Zweiter.

Aus der Zeit beim BVB datiert auch eine Episode, die den Groll der Schalker Anhänger auf sich zog. Nachdem Dortmund dem Nachbarn 2007 mit einem 2:0-Sieg die Meisterschaft verbaut hatte, verkauften Roman Weidenfeller, Sebastian Kehl und Metzelder in Anspielung auf den knapp verpassten Schalker Titel 2001 im Internet T-Shirts. Die Aufschrift: «Meister der Herzensbrecher.» Für Magath kein Problem: «Es ist normal, dass die Fans Ressentiments gegen ihn haben. Aber dass er sich für seinen Verein eingesetzt hat, spricht für ihn.»

Einige seiner einstigen Anhänger hat der Profi allerdings bereits vergrault. Der BVB-Fanclub «Christoph Metzelder FC» mit 25 Mitgliedern löste sich «aus aktuellem Anlass» auf. «Auf die sonst im Wechselfall angebrachten guten Wünsche für die Zukunft verzichten wir aus Gründen der Pietät ersatzlos», schreibt der im Jahr 2000 gegründete Verein auf seiner Internetseite. «Wir haben in unserer Satzung verankert, dass der Club sich auflöst, sollten Christoph oder (sein Bruder) Malte zu Schalke wechseln. Die Sache ist deshalb für uns erledigt», sagte die zweite Vorsitzende, Tanja Kljai aus Solingen, auf dpa-Anfrage.


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