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dpa/sportsline
vom 26.04.2010 20:01
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Kuntz will FCK in der Bundesliga etablieren

In schwarzen Aufstiegs-T-Shirts mit dem Schriftzug «Mit Herzblut zurück» feierten die «Roten Teufel» bis in die Morgenstunden ihre Rückkehr in die 1. Bundesliga. Und am folgenden Tag bereiteten etwa 4000 Anhänger auf dem Betzenberg ihren Lieblingen einen stürmischen Empfang.

Nach einer gefühlten Ewigkeit von 1441 Tagen in der Zweitklassigkeit träumten Fans und Spieler des 1. FC Kaiserslautern bei den Feiern in der Aufstiegsnacht und am Tag danach bereits von Bayern München, Schalke oder Dortmund und schmetterten immer wieder den Hit des Tages: «Nie mehr Zweite Liga».

Auf einer Bühne hinter der Westtribüne des Fritz-Walter-Stadions wurde jeder Spieler einzeln und natürlich Trainer Marco Kurz bejubelt. «Vor zwei Jahren um diese Zeit waren wir praktisch aus der Zweiten Liga abgestiegen. Es ist unglaublich!», meinte Vorstandschef Stefan Kuntz. Kapitän Martin Amedick, dessen heisere Stimme von einer durchzechten Nacht zeugte, stimmte bei dem kurzfristig angesetzten Empfang ein Lied an: «Lautern ist die geilste Mannschaft der Welt.» Lautstark forderten die Profis von ihrem Coach zwei trainingsfreie Tage - doch ist bereits wieder eine Übungseinheit angesetzt.

In den Stunden des Glücks richtete Kuntz den Blick bereits nach vorn. «Der Aufstieg ist die Grundvoraussetzung für eine weitere wirtschaftliche Gesundung und die Möglichkeit, den Verein nachhaltig professionell wettbewerbsfähig aufzustellen. Wir wollen wieder in altes Fahrwasser kommen», sagte der frühere Nationalspieler und Bundesliga-Torschützenkönig.

Bis zum Saisonstart Mitte August gilt es für Kuntz, einige Baustellen zu schließen. «Wir können nach wie vor nicht aus dem Vollen schöpfen, weil wir aus der Vergangenheit noch Löcher zu stopfen haben. Aber der Druck ist jetzt weg, da macht die Arbeit noch mehr Spaß. Und: Die Identifikation zwischen Stadt, Zuschauern und Verein ist wieder gelungen», meinte der in der Pfalz als Heilsbringer gefeierte Europameister von 1996.

Als großen Ballast schleppen die Lauterer immer noch die jährliche Miete für das Fritz-Walter-Stadion mit sich herum. Immerhin konnte Kuntz bei der Stadt für die nächsten zwei Spielzeiten einen Nachlass von 1,2 Millionen Euro jährlich aushandeln. Zudem werden dem Verein 600 000 Euro pro Saison gestundet. Der Lizenzspieler-Etat soll in der Bundesliga von 8,5 auf rund 15 Millionen Euro ansteigen. Große Sprünge sind damit aber nicht drin.

Um eine konkurrenzfähige Mannschaft an den Start schicken zu können, wird Kuntz in den anstehenden Vertragsverhandlungen großes Geschick beweisen müssen. Ob Sturm-Ass Erik Jendrisek gehalten werden kann ist ebenso offen wie der Verbleib des vom Hamburger SV ausgeliehenen Flügelflitzers Sidney Sam. «Es wird schwer, ihn hierzubehalten», urteilte Marco Kurz.

Wie Kuntz wollte er sich von der Euphorie nicht gänzlich mitreißen lassen. «Vor uns liegt viel Arbeit. Wir müssen eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen, um nächstes Jahr den Klassenverbleib zu schaffen. Ein anderes Ziel kann man als Aufsteiger nicht haben», sagte Kurz. Er war in Windeseile von München nach Kaiserslautern geeilt, um mit der Mannschaft den Aufstieg zu feiern. «AC/DC rein, Blinker links - ich habe die Strecke wohl in Rekordzeit geschafft», berichtete der frühere Coach von 1860 München.

Dass er das Gründungsmitglied schon in seinem ersten Jahr als Coach in die 1. Liga zurückgeführt hat, überraschte selbst seinen Chef. «Marco hat eindrucksvoll bewiesen, welches Potenzial in ihm steckt, wenn er volle Rückendeckung hat», lobte Kuntz die Arbeit des Trainers. Der gab auf der Party gleich das nächste Ziel aus: «Jetzt wollen wir die Zweitliga-Schale.»


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