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dpa/online
vom 05.02.2012 12:36
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Bayern gelähmt - Olic: „Das reicht nicht zum Titel“

Präsident Uli Hoeneß lief mit hochrotem Kopf schweigend an allen Mikrofonen vorbei, Jupp Heynckes suchte nach seinem 1000. Punkt als Bundesliga-Trainer nach Ausreden. Die Rolle des Verfolgers von Neu-Spitzenreiter Dortmund gefällt dem Rekordmeister überhaupt nicht.

Der FC Bayern München kommt einfach nicht in Tritt: In Gladbach verloren, gegen Wolfsburg verkrampft gewonnen und beim HSV am Samstag nur 1:1 gespielt. Die Tabellenführung haben die Bajuwaren so an die leichtfüßigen Dortmunder verloren. „Ich bin sicher, dass das nicht reicht zum Titel“, warnte Torschütze Ivica Olic (71.).

Der formstarke BVB mit neun Punkten aus drei Rückrundenpartien als schärfstem Konkurrenten scheint Frank Ribéry, Arjen Robben und Thomas Müller zu lähmen. „Das ist kein optimaler Start in die Rückrunde. Wir sind jetzt unter Druck. Das sagt alles“, meinte Sportdirektor Christian Nerlinger zum Zwei-Punkte-Abstand auf den neuen Tabellenführer (43 Punkte).

Mehr als 21 Jahre ist es her, dass Jupp Heynckes einen nationalen Titel holte. In der derzeitigen Verfassung der Bayern dürfte es wohl auch im 22. Jahr mit der Meisterschaft schwierig werden. „Wir können nicht zufrieden sein, hier sind die Ansprüche größer und extremer“, sagte Heynckes, „man muss Dinge auch erzwingen“.

Robben versuchte sich nach dem temporeichen Spielverlauf in der Analyse. „Am Ende fehlt die Schärfe, der Fokus, ich weiß nicht, was es ist“, rätselte der Holländer und gestand: „Wir sind enttäuscht, weil wir die Tabellenspitze verloren haben.“ Seinem Kollegen Philipp Lahm fehlt einfach der letzte, entscheidende Pass. Tatsächlich verlief das Angriffsspiel des Rekordmeisters auch zu einseitig durch die Mitte - die Flügel waren diesmal gestutzt.

Zwar glich der ehemalige Hamburger Olic die verdiente Führung des HSV durch Youngster Jacopo Sala (23.) aus. Doch für die Bayern ist ein Zähler viel zu wenig, um den Erfolgshunger zu stillen. Die Chancen der Hamburger Elf waren nach dem Konzept des Taktikers Thorsten Fink aber zwingender als die Schüsschen des Titelaspiranten aus der zweiten Reihe. „Es ist noch ein langer Weg, wir sind noch nicht top. Aber das kommt“, meinte Robben.

Heynckes suchte nach Entschuldigungen für den fehlenden Rhythmus: Robben und Ribéry hätten die Woche zuvor verletzungsbedingt wenig trainiert, Bastian Schweinsteiger sogar die ganze Vorbereitung verpasst. Zudem hätte der HSV „intelligent und kompakt verteidigt“. In der momentanen Form ist auch das Pokalviertelfinale am Mittwoch in Stuttgart für den FC Bayern kein Selbstläufer.

Fink bewies mit dem HSV, dass auch technisch unterlegene Gegner mit Einsatz und Teamgeist mithalten können. „Seit ich hier bin, war es von der Leidenschaft das beste Spiel“, beteuerte der Coach. „Jeder hat die Fehler des anderen ausgemerzt und defensiv viel gearbeitet.“ Finks Mut wurde belohnt, der ehemalige Bayern-Profi ließ den 20-jährigen Sala nach gelungenem Startelf-Debüt in Berlin statt des wieder gesunden Ivo Ilicevic auf dem rechten Flügel stürmen.

Nur die Hereinnahme von Son Heung Min für Mladen Petric erwies sich als Fehlgriff: Erst verschuldete der Asiate nach einem Eckstoß das Gegentor, dann vergab er die Großchance zum möglichen 2:1 (76. Minute). Doch Fink setzt weiter auf die Jugend und stellt sich vor seine Schützlinge. So kletterte er seit seinem Arbeitsbeginn am 17. Oktober mit dem damaligen Schlusslicht auf Rang elf und hat nun 23 Punkte. „Es ist wichtig zu kapieren, was wir imstande sind zu leisten“, bemerkte Dennis Aogo.


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