Allerdings hätten die Gastgeberinnen sich und ihrem Anhang die dramatische Aufholjagd ohne Happy End ersparen können, wären sie in den ersten 30 Minuten nur halbwegs so „giftig“ gewesen wie die „Hornissen“ aus Ostfildern. Das sah auch TSV-Trainer Andreas Juhra nach der Schlusssirene so und meinte: „Wenn man die erste Halbzeit so verpennt, hat man eigentlich schon keine Chance mehr.“
In der Tat: Während die kompakte TVN-Sieben ihr Pensum anfangs vergleichsweise locker absolvierte, lagen die im Angriff übermotiviert und in der 6:0-Deckung phlegmatisch wirkenden Travemünderinnen nach dem 0:3 (3.) bereits nach 16 Minuten mit 2:10 hinten. Zum Seitenwechsel prangte ein bitteres 9:17 auf der Hallenuhr, „auch weil die Mädels es vielleicht einfach nur zu gut machen wollten“, so Juhra.
Erst nach dem 13:21 (36.) machten sich die von ihm vollzogenen taktischen und personellen Umstellungen (5:1-Deckung mit Lisa Prior als „Indianerin“, Nina Schilk für Bente Maassen, Susen Langanke für Natalie Tonn) bezahlt: Nach vier Treffern in Folge hieß es nur noch 17:21 (39.), beim 23:24 (46.) schien auch dank der nun aufdrehenden „Franzi“ Haupt und Anja Krönert sogar die Wende möglich. „Doch leider haben wir in dieser Phase den Ausgleich nicht geschafft und am Ende auch noch zwei gute Gegenstoß- Torchancen weggeworfen“, musste der TSV-Trainer von der Bank aus registrieren, dass Haupt mit ihrem zehnten Volltreffer zum 29:31 per Siebenmeter bereits nach 57:12 Minuten den Endstand markierte. Da nützte es auch nichts mehr, dass Travemündes Torfrau Britta Reimann ihre Steigerung in der mit 20:14 klar gewonnenen zweiten Halbzeit noch durch einen parierten Stratmann-Strafwurf (58.) dokumentieren konnte.
TSV: Reimann - Haupt (10/3), Krönert (5), Tonn (4), Maassen (4/3), Prior (3), Hollerbuhl (2), Langanke (1), Schilk, Linke, Weh.oel
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